Öffentliche Bauvorhaben – mehr als Funktionalität

Ulm Gemeindehaus 3

Gemeindehaus Martin-Luther-Kirche | Ulm

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Extravagante Geometrie

Vorfertigung jenseits rechter Winkel

Großformatige Betonscheiben und schmale Brüstungselemente sind hier über stumpfe und spitze Winkel zu einem komplexen Baukörper verbunden. Das Gebäude ist verschwenkt, um Hof und Park zu verbinden, die sich darüber hinaus auf verschiedenen Ebenen befinden. Entsprechend vielfältig sind die Räume und Geschosse in Höhe und Aufteilung. Auffällig ist der weit über dem Eingangsbereich auskragende Saal, der durch seine eindrucksvolle Höhe und kerzenförmige Deckenbeleuchtung einen sakralen Charakter erhält.

Diese facettenreiche Architektur ist präzise mit Betonfertigteilen ausgeführt. Im Planungsbüro von Concrete Rudolph wird dafür jedes Element ­detailliert in CAD-Plänen ausgearbeitet, bis hin zu Leitungen und Anschlüssen. Der Schalroboter setzt diese Pläne millimetergenau um – ganz gleich ob es sich um rechtwinklige Wände oder komplexe Geometrien handelt. Aufwendige Schalungsarbeiten auf der Baustelle entfallen. Dort werden passgenaue Elemente mit sauber ausgebildeten Fugen und Kanten angeliefert.

Die liegende Produktion auf geschliffenen Schalungspaletten hinterlässt glatte Betonoberflächen, die für Sichtbeton-Optik nur noch mit einer Nachbehandlung und Lasur veredelt werden. Da Haustechnik und Anschlüsse bereits integriert oder vorbereitet sind, müssen nachträglich keine Öffnungen geschaffen werden – die Oberflächen bleiben unversehrt.

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Bauelemente:
Green Code Thermowand: 270 m² | 45 cm stark | U-Wert 0,22
Doppelwand: 400 m²

Elementdecke: 450 m²

Meister Architekten

meister.architekten
89073 Ulm
www.meister-architekten.de
Dr. Daniel P. Meister (Foto)
Projektleiter: Stefan Jerg

„Der eng begrenzte Kostenrahmen, der Wunsch nach einer kurzen Bauzeit und die angestrebte Gestaltung des Baukörpers waren entscheidend für die Ausführung des Gemeindehauses: Die Wahl fiel auf kerngedämmte Stahlbeton-Fertigteile mit beidseitigen Sichtbeton-Oberflächen.
Die konstruktive Herausforderung lag in der ­Geometrie des Baukörpers und in seiner Verschwenkung von der Hof- auf die Parkebene. Das Gemeindehaus wird auch als Winterkirche genutzt. Dies setzt einen spirituellen Charakter der Architektur voraus. Überhöhte Saalräume mit deutlich wahrnehmbarer vertikaler Dimension erzeugen die gewünschte Atmosphäre.“

(Dr. Daniel P. Meister)

〉  Fotos: Conné van d´Grachten, Ulm | Porträtfoto: Dagmar Klaiber
Stadtbergen Sporthalle 2

Sport- und Mehrzweckhalle | Stadtbergen

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    Sporthalle in Stadtbergen 5.
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Städtebauliche Integration

Schlichter, reduzierter Kubus in heterogenem Umfeld

Das Baugrundstück am südöstlichen Ortsrand von Stadtbergen ist umgeben von einer kleinkörnigen Ein- und Mehrfamilienhausbebauung im Norden, dem Gartenhallenbad im Osten und landwirtschaftlichen Flächen im Süden und Westen. Damit sich die Sporthalle harmonisch in dieses heterogene Umfeld einfügt, fiel die Entscheidung auf eine schlichte, reduzierte Gestaltung mit möglichst geringer Höhe.

Auf der Eingangsebene ist der Zuschauer- und Garderobenbereich ringförmig um das Spielfeld angelegt. Die Traufhöhe dieser Ebene beträgt gerade einmal 4,2 Meter. Das Spielfeld selbst ist um 3,25 Meter zur Zuschauerebene abgesenkt und das Dach darüber erhöht. So entsteht genug Raum für sämtliche Sportarten und das Gebäude bleibt dennoch flach.

Die Gebäudehülle besteht aus vorgefertigten Green Code ­Thermowänden – zweischaligen Betonwänden mit innenliegender Dämmung. Der Beton schützt das Dämm-Material von beiden Seiten vor Witterung und Feuer. Darüber hinaus sind die Dämmwerte ausgezeichnet: Die Anforderungen der EnEV 2009 an die energetische Qualität der Gebäudehülle werden um mehr als 1/3 unterschritten.

Überstehende Außenschalen der Thermowände bilden eine einschalige Attika aus und verbinden sich homogen mit den vorgehängten Sturzelementen über den Eingangsbereichen sowie den raumhohen Fassadenbändern.

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Bauelemente:
Green Code Thermowand: 530 m²
45 cm stark | U-Wert 0,18
Doppelwand: 1.100 m²
Attika-Vollfertigteile: 105 m²

F64 Architekten

F64 Architekten BDA
Kopp | Leube | Lindermayr | Meusburger | Walter
87437 Kempten
www.f64architekten.de
Rainer Lindermayr

„Die Sport- und Mehrzweckhalle ist als klarer, monolithischer Kubus konzi­piert und vollständig in Betonfertigteilen ausgeführt: Thermowände, Doppel­wände und vorgehängte Attikaelemente. Dabei bleiben äußere und innere Wandflächen weitgehend sichtbar. Der Sichtbeton bildet einen schönen Kontrast zu den hölzernen Türen und Verkleidungen sowie den anthrazitfarbenen Rahmen und Böden. Das präzise Fugenbild der ­Betonflächen entsteht durch die industrielle Vorfertigung.“
(Rainer Lindermayr)

〉  Fotos: Peters Fotodesign, Amerang

Zweifachsporthalle Amberg 1

Zweifachsporthalle Dreifaltigkeitsschule | Amberg

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  • Zweifachsporthalle Dreifaltigkeit Amberg 10
  • Zweifachsporthalle Amberg 11.
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  • Zweifachsporthalle Amberg 15
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  • Zweifachsporthalle Amberg 5
  • Zweifachsporthalle Amberg 6
  • Zweifachsporthalle Amberg 7
  • Zweifachsporthalle Dreifaltigkeit 8 in Amberg.
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BAURCONSULT Architekten Ingenieur GbR
97437 Haßfurt
www.baurconsult.com

〉  Fotos: OCH Fotografie, Gerach

Kita Weissenfeld 1

Kindertagesstätte | Weißenfeld

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    Grundriss
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    Schnitt
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Neues Leben für Klinkerbau

Brennerei mit untypischen Baustil wird zur Kindertagesstätte

Über hundert Jahre wurde in der Schnapsbrennerei in Weißenfeld hochprozentiger Alkohol aus Kartoffeln für medizinische Zwecke hergestellt. Um das Gebäude zu erhalten und weiterhin sinnvoll zu nutzen, wählten die Betreiber einen recht ungewöhnlichen Weg: die Umwandlung der Brennerei Weißenfeld in eine Kindertagesstätte. Dazu wurde das Bestandsgebäude saniert und um einen zweigeschossigen Neubau aus Betonhalbfertigteilen erweitert.

Das alte Brennereigebäude prägt mit seinem 24 Meter hohen Schornstein den Ort Weißenfeld. Ein Grund, das alte Industriegebäude vor dem Abriss zu bewahren, ist die Knappheit an Krippenplätzen und die dafür günstige Verkehrsanbindung an die A94 nach München.

Das Büro Grund Architekten aus Weißenfeld plante die Umnutzung des stark sanierungsbedürftigen Bestandsgebäudes, das komplett entkernt und energetisch sowie brandschutztechnisch auf den neuesten Stand der Technik gebracht wurde. Die eingesetzte Grundwasserwärmepumpe trägt zur gewünschten Energieeffizienz bei. Die Dachinnenseite erhielt eine Isolierschicht, und die bereits verputzte Nordwestfassade wurde mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen. Ansonsten konnte die markante Klinkeroptik erhalten bleiben. Um der historischen Struktur des alten Gebäudes weiter zu entsprechen, wurde die alten sichtbaren Dachbalken trockeneisgestrahlt und im Erdgeschoss wieder hohe Sprossenfenster aus Isolierglas eingesetzt. Aufgrund des sehr hohen bestehenden Erdgeschosses wurde der zweigeschossige Anbau mit versetzten Ebenen an den Bestand angeschlossen. Die so entstandenen Freiflächen sind ganz unterschiedlich gestaltet: So wird die Dachterrasse zum Beispiel als Bobbycar-Parcours genutzt, umrandet von Schatten spendender Bepflanzung zum Klettern und Ausruhen.

Der Neubau sollte nicht mit dem Klinkerbau konkurrieren, trotzdem aber den Industriecharakter des ursprünglichen Gebäudes zur Geltung bringen. Die gewählte Bauweise mit kerngedämmten Betonhalbfertigteilen in Sichtbetonqualität unterstreicht diesen ästhetischen Anspruch, sorgte gleichzeitig für die rasche Bauausführung und genügte den hohen Schallschutzanforderungen aufgrund der angrenzenden Kreisstraße. Die geschosshohen Betonfertigteile in unterschiedlichen Breiten schaffen ein strukturierendes Fugenbild in der Fassade. An der Nordwestfassade laufen die einzelnen Fassadenelemente über die Geschossdecke bis zur Fensterbrüstung hinaus und schaffen im Wechsel mit den Fenstern ein rhythmisches Fassadenbild.

Die Architekten entschieden sich bei den aufgehenden Wänden für doppelschalige Betonelemente. Die Außenwand mit einer Gesamtwandstärke von 40 Zentimeter besteht aus zwei durch Gitterträger miteinander verbundenen, vorgefertigten Stahlbetonschalen. Bei den hier eingesetzten Thermowandelemente wird die 14 cm dicke Kerndämmung aus Hartschaum (Phenolharz) bereits im Werk auf der Innenseite der sieben Zentimeter starken Außenschale aufgebracht. Nachdem die Wandelemente auf der Baustelle aufgestellt wurden, konnte der Ortbeton der Güte C25/30 in den Hohlraum der Wände ausgegossen werden. Dank der gleichbleibenden Produktionsbedingungen im Fertigeilwerk konnten so problemlos Fassadenelemente in Sichtbetonklasse 2 hergestellt werden.

Die Innenwände wurden ohne Dämmung ausgeführt - hier kam die Doppelwand mit einem 20 Zentimeter großen Querschnitt zum Einsatz.

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Bauelemente:
Green Code Thermowand: 485 m² | 40 cm stark | U-Wert 0,19

Grund Architekten GbR
85622 Weißenfeld
www.grundarchitekten.de