Wohngebäude

Wohngebäude

Martinsried Ortsmitte Vorschau

Neue Ortsmitte | Martinsried

Das Gebäudeensemble besteht aus einem viergeschossigen Ärztehaus, das als prominentester Teil den Eingang zum Platz markiert, und einem Wohnblock, der den öffentlich zugänglichen Innenhof umgibt. Der dem Platz zugewandte Flügel beherbergt unterschiedlich große Eigentumswohnungen. In die drei anderen Blöcke ist ein Studentenwohnheim mit insgesamt 280 Zimmern mit Bad integriert. Während die Arkade attraktive Einkaufsmöglichkeiten bietet, sollen die Cafés und Restaurants die Atmosphäre auf dem Platz beleben.

Die Fassaden der Obergeschosse sind bewusst zurückhaltend gestaltet, im Gegensatz zu den Fassaden des Erdgeschosses, die durch die horizontalen Keramiklamellenfliesen auffälliger sind. Durch die Ausschöpfung der Potenziale des Platzes, die klare Struktur und das zukunftsweisende Mischnutzungskonzept ist es gelungen, ein urbanes Zentrum mit vielfältigen Optionen für zukünftige Entwicklungen zu schaffen.

Bauelemente:
Elementdecke: 20.260 m²
Doppelwand: 14.730 m²
Balkone: 330 Stück
Treppen: 140 Stück

Goergens Miklautz Partner GmbB
Architekten und Stadtplaner
81675 München
https://www.goergens-miklautz.de/

〉  Fotos: Erich Spahn, Regensburg
München Studentenwohnheim Vorschau

Studentenwohnheim | München

Das Studentenwohnheim an der stark befahrenen Freisinger Landstraße nutzt die Potenziale des Grundstücks und wertet sie mit einem ausgeklügelten architektonischen Konzept auf. Am nördlichen Eingang zur Münchner Innenstadt gelegen, bildet der 155 Meter lange, fünfgeschossige Baukörper das Rückgrat der neuen Bebauung. Drei auf der Gartenseite auskragende Elemente strecken sich zum Isarufer im Osten und bilden eine kammartige Struktur. Die Wohnungen in den verschiedenen Gebäudeteilen sind zwischen 19 und 45 Quadratmetern. Eine große Auswahl an Gemeinschaftsräumen für Arbeitsgruppen, Feste und andere Feiern ergänzt den privaten Raum. Der Ausbaustandard ist im gesamten Gebäude hoch und gilt für die Möblierung, die Einbauküche sowie die Bäder.

Die Fassade wird durch das skulpturale Erscheinungsbild der Betonfertigteile gegliedert. Lichtschächte, die wie Scharniere zwischen den Gartenvorsprüngen und dem Hauptblock positioniert sind, erschließen das Gebäude. Die Gartenanlage als Bindeglied zwischen dem städtischen Umfeld und der Naturlandschaft trägt zum besonderen Charme der Siedlung bei. Vielfältige Freizeiteinrichtungen wie ein Streetballplatz, eine Liegewiese und Grillplätze tragen zu einer angenehmen, kommunikativen Campus-Atmosphäre bei.

Bauelemente:
Elementdecke: 13.790 m²
Doppelwand: 14.760 m²
Balkone: 950 Stück
Treppen: 37 Stück

bogevischs buero
architekten & stadtplaner GmbH
80634 München
https://www.bogevisch.de

〉  Fotos: Erich Spahn, Regensburg
Innsbruck Wohn- und Pflegeheim Vorschau

Wohn- und Pflegeheim | Innsbruck | Österreich

Vollelektrische Gebäudetechnik

Ein energetisches Forschungsprojekt

 

Die rahmenlose Photovoltaikfassade an der Südseite ist zweifelsohne der Eye-Catcher des Gebäudes. Zugleich ist sie zentraler Bestandteil eines interessanten Energiekonzeptes: Denn das Passivhaus wird von der Heizung bis zum Warmwasser vollständig mit Strom betrieben. Dabei deckt die PV-Anlage im Jahresmittel über 50 % des gesamten Energiebedarfs.

 

Das Grundstück liegt am Rande eines öffentlich genutzten Grüngürtels zwischen der Innsbrucker Innpromenade und dem Olympischen Dorf. Künftig unterstützt dort das Haus für psychosoziale Begleitung und Wohnen seine Klienten nach einem Klinikaufenthalt bei ihrer Rückkehr in ein eigenständiges Leben. Insgesamt bieten darin 14 Kleinwohnungen ein betreutes Wohnumfeld mit therapeutischem Angebot: Im Dachgeschoss stehen Therapieräume zur Verfügung. Im Untergeschoss ist ein Werkraum mit entsprechenden Nebenräumen angeordnet. Und im Erdgeschoss befindet sich die Verwaltung sowie ein gemeinsamer Aufenthaltsraum mit Kochbereich. Über das Treppenhaus mit Lift sind alle Geschosse auf kurzem Weg erreichbar.

Ursprünglich war das Gebäude mit Wärmedämmverbundsystem und vorgehängter Aluminium-Fassade geplant. Erst als die Ausführungsplanung schon fast abgeschlossen war, wurden die Planer auf die Möglichkeiten der Green Code Bauelemente aufmerksam: Durch Fertigteile mit Farbbeton konnte das ganze Gebäude von den Wänden bis zum Dach im selben Material und Farbton ausgeführt werden, um seinen monolithischen Charakter zu verstärken und ihm eine beruhigende Wirkung zu verleihen. Dabei liegt die Dämmschicht nun dauerhaft geschützt im Betonkern der Thermowände,  wodurch die Fassade nicht mehr aufwendig gewartet werden muss. Zudem beschleunigte die Vorfertigung den Bauablauf und kompensierte die Verzögerungen durch die späte Neukonzeption.

Um die Machbarkeit zu demonstrieren, erarbeitete die Progress AG auf eigene Kosten neue Pläne für die Ausführung in Betonfertigteilen. Im Vorfeld erstellte sie Renderings, präsentierte Muster für den Farbbeton und fertigte ein Modell für die außergewöhnliche Dachkonstruktion: Denn die Thermowände gehen im Norden und Westen in Dachflächen über, die aus dem gleichen Farbbeton bestehen. Dort ist vor eine gedämmte und abgedichtete Doppelwand der Farbbeton in 10 cm starken Fassadenplatten vorgehängt und hinterlüftet. Für eine rundum homogene Gebäudehülle kommen auch im überdachten Terrassenbereich vorgefertigte Deckenelemente mit integrierter Dämmung zum Einsatz, die dort eine schalungsglatte Deckenuntersicht mit Farbbeton ermöglichen. Die Planungsergebnisse haben überzeugt und am Ende wurde die neue Ausführung in hochwertigen Betonfertigteilen sogar kostenneutral realisiert.

Nach wie vor erfüllt das Gebäude den Passivhausstandard und die Vorgaben der Wohnbauförderung. Das Außergewöhnliche ist dabei die Energieversorgung, denn diese erfolgt rein elektrisch – mit PV-Anlage und Restenergieabdeckung aus dem Netz.

Die gesamte Südfassade ist mit einer rahmenlose Photovoltaik-Anlage verkleidet. An deren Unterkonstruktion sind Leistungsoptimierer verbaut, die bei Verschattung den Wirkungsgrad der Solarzellen steigern. Mit einer Fläche von 200 m² soll die Anlage jährlich rund 28.000 kWh Energie bereitstellen. Diese Energie wird nicht nur für den Haushaltsstrom benötigt – sie speist auch die gesamte Gebäudetechnik: Elektroboiler, elektrische Heizkörper, Lift, Lüftungsanlage und eine Ladestation für Elektrofahrzeuge.

Nur mit Strom aus dem Netz wäre die dezentrale Warmwasserbereitung und elektrische Heizung nicht rentabel. Die Photovoltaik-Anlage deckt jedoch im Jahresmittel schon über 50 % des gesamten Energiebedarfs: In ertragsreichen Zeiten wandern bis zu 19,8 kWh überschüssige Energie in eine Speicherbatterie. Das teure Stromnetz wird erst angezapft, wenn der direkte Solarertrag nicht ausreicht und die Reserven der Batterie erschöpft sind. Dabei belohnt das angewendete Mieterstrom-Modell ein effizientes Nutzerverhalten, indem sich der Strompreis nach dem aktuellen Solar ertrag richtet. Wer seine Geräte bei hoher Verfügbarkeit betreibt, spart Geld.

Die Universität Innsbruck begleitet dieses Energiekonzept, um dessen Möglichkeiten und Folgen auszuloten. So werden unter anderem die Auswirkungen auf die Energieversorgung, den Primärenergieeinsatz sowie die CO2-Bilanz hochgerechnet und bewertet. Interessant sind auch die Perspektiven für bezahlbares Wohnen, denn durch die dezentrale Warmwasserbereitung und die Elektroheizungen verändern sich die Installationsaufwendungen: Es liegt nur noch eine Kaltwasserleitung vor – Heizungsvorlauf- und Rücklaufleitungen sowie Warmwasser- und Zirkulationsleitungen sind überflüssig. Dadurch verringern sich auch die Wärmeleitungsverluste und der Energiebedarf für Pumpen. Der Endenergieeinsatz sollte sich also drastisch reduzieren. Die Energiekosten pro Kilowattstunde sind bei einer rein elektrischen Energieversorgung zwar höher, aber das wird durch den Ertrag der PV-Anlage kompensiert.

Bauelemente:
Green Code Thermowand: 1952 m²
Doppelwand: 2438 m²
Thermodecke: 91 m²
Fertigteildecke zweiachsig: 1576 m²

FÜGENSCHUH HRDLOVICS ARCHITEKTEN
6170 Zirl
Österreich
www.fuegenschuhhrdlovics.com
Julia Fügenschuh | Christof Hrdlovics

„Wir sind erst sehr spät auf die Produkte von Progress und Green Code aufmerksam geworden, als die Ausführungsplanung schon beinahe abgeschlossen war. Aber durch das Engagement aller Beteiligten konnten wir aus einem wohnbaugeförderten Gebäude mit Wärmedämmverbundsystem schlussendlich doch noch ein hochwertiges Gebäude mit nahezu wartungsfreier Fassade entwickeln – kostenneutral. Die neue Fassade besteht jetzt aus gefärbten Thermowänden sowie gedämmten Decken im auskragenden Eingangsbereich.“
(Julia Fügenschuh)

〉  Fotos: David Schreyer
Bozen Geschosswohnungsbau Vorschau

Geschosswohnungsbau | Bozen | Italien

Modell für nachhaltiges Wohnen

Geschosswohnungsbau mit Klimadecken

 

In Bozen entsteht mit der Erweiterungszone Grieser Auen ein neues Stadtviertel, das von Anfang an als Modell für nachhaltiges Wohnen geplant wurde: energetisch optimiert, weitestgehend ohne PKW-Verkehr und rundum familienfreundlich. Trotz der hohen Ansprüche mussten die Kosten im üblichen Rahmen bleiben, um das Modell auch für künftige Bauvorhaben wiederholbar und rentabel zu machen. Eines der Gebäude realisiert diese Vision mit Green Code Klimadecken und Thermowänden im Geschosswohnungsbau.

Die Stadt Bozen verfügt über eine sehr begrenzte Fläche und will unbedingt die Ausdehnung ins landwirtschaftliche Grün einschränken. Die Erweiterungszone Grieser Auen ist eine Ausnahme, da sie entlang der Drususallee eine bereits weitgehend verbaute Fläche vervollständigt. Dort suchte die Gemeinde eine Lösung für ihren Wohnungsbedarf, die den wertvollen Raum effizient ausnutzt und zugleich ein rundum nachhaltiges Wohnen ermöglicht. Das Projekt soll zukünftigen Bauvorhaben als Vorbild und Modell dienen und legt deshalb Wert auf eine minimierte CO2-Emission, eine lebenswerte Umgebung und eine attraktive Rendite. Nach einer eingehenden Vorstudie hat sich die Gemeinde für Geothermie-Anlagen ausgesprochen, um den Neubauten effizient und umweltverträglich Energie bereitzustellen. Darüber hinaus sind großflächige Photovoltaik-Anlagen zur weitgehend autonomen Energieversorgung vorgesehen. Das vertikale Siedlungsmodell optimiert dabei den Solareintrag und maximiert zugleich die Grünflächen in der Ebene sowie auf den Stockwerken.

Die gemeinschaftlichen Grünflächen sind nicht zuletzt deshalb so groß, weil das gesamte Gebiet den Fußgängern vorbehalten ist: Die Garagen befinden sich größtenteils im Untergrund und auch ihre Zufahrt erfolgt unterirdisch, um auf Zufahrtsrampen zu verzichten. Für Besucher und Gewerbe ist ein Parkplatz-Sharing-Konzept vorgesehen, da Kundenparkplätze nur tagsüber und Besucherparkplätze überwiegend abends benötigt werden – so reduzieren sich die erforderlichen Parkplatz-Flächen. Als Alternative zum PKW-Verkehr stärkt die Gemeinde den öffentlichen Verkehr, baut das Fahrradwegenetz aus und fördert Car-Sharing-Angebote.

Alle Gebäude mussten mindestens den KlimaHaus A Standard für die energetische Qualität der Gebäudehülle  erfüllen. In den Kaufwohnungen kommen dafür überwiegend Mauerwerkskonstruktionen zum Einsatz. Das Gebäude für die Mietwohnungen wurde dagegen unter der Planung der Work Architects mit Green Code Bauelementen errichtet.

Damit dessen Gebäudehülle aus kerngedämmten Thermowänden mit den Fassaden der benachbarten Gebäuden harmoniert, sind der Außenschale Leichtbaufassaden vorgehängt. Statisch erforderliche Stützen wurden unsichtbar ins Innere der Thermowände integriert, ohne an diesen Stellen die Wandstärke zu erhöhen. Bemerkenswert ist die kurze Bauzeit von nur vier Monaten, die bereits im Vorfeld gefordert war und nur von Green Code verbindlich gewährleistet werden konnte.

Ein außergewöhnliches Highlight für den Geschosswohnungsbau sind die Klimadecken der Mietwohnungen: Im Winter erzeugt das Heizen mit Wärmestrahlung rundum warme Oberflächen und ein behagliches Raumklima. Fast noch wichtiger ist jedoch die sommerliche Kühlfunktion, denn in Bozen liegen die Temperaturen durchschnittlich noch einige Grad höher als in Deutschland.

Im Kühlbetrieb nutzt die Klimadecke den permanenten Strahlungsaustausch zwischen Oberflächen in umgekehrter Richtung: Leichte Untertemperaturen im Wasservorlauf kühlen die gesamte Deckenoberfläche. Die Wände und der Boden strahlen ihre Wärme an die Decke, wo sie kontinuierlich mit dem Wasser abgeführt wird. Folglich kühlen alle Oberflächen im Raum ab und der Mensch kann seine Körpertemperatur wieder normal regulieren, ohne zu schwitzen. Diese Kühlmethode ist vollkommen geräuschlos und vermeidet die kalte Zugluft einer Klimaanlage.

Neben den Wohlfühlfaktoren hat die Klimadecke auch energetische Vorteile, die sich gut in das ambitionierte Energiekonzept der Grieser Auen fügen: So genügen der Klimadecke bereits geringe Temperaturdifferenzen im Wasservorlauf, um einen Raum effektiv zu heizen oder zu kühlen. Das wiederum ermöglicht den effizienten Betrieb einer Wärmepumpe mit hoher Leistungszahl. Und weil statt der Raumluft direkt die Oberflächen temperiert werden, geht beim Luftwechsel weniger Energie verloren. Aufgrund der direkten Wärmezufuhr trocknen im Heizbetrieb auch die Wände, was der Schimmelbildung vorbeugt und ihre Dämmwerte verbessert. Denn bereits eine Verringerung der Feuchtigkeit um vier Volumenprozent halbiert die Wärmetransmission einer Außenwand. Das steigert die Dämmeigenschaften der eingesetzten Green Code Thermowände noch über ihre guten U-Werte hinaus.

In diesem Gebiet befindet sich der historische Höhepunkt des unterirdischen Wasserspiegels keine vier Meter unter dem Gelände. Es wurde daher entschieden, nur eine eingeschossige Tiefgarage zu realisieren, um die Bewegung der unterirdischen Wassermassen nicht zu stören. Das Untergeschoss ist mit abgedichteten Bodenplatten, Decken und Doppelwänden aus WU-Beton als Weiße Wanne ausgeführt. Die Balkone sind eine Sonderanfertigung von Progress: Ihre Brüstung entspricht der Konstruktion einer Doppelwand, die nur zur halben Höhe mit Ortbeton vergossen wird. So bilden ihre beiden Außenschalen zugleich eine Halterung für Blumentröge. Diese Konstruktion begünstigt die angedachte Begrünung der Stockwerke.

Bauelemente:
Green Code Thermowand: 5165
Doppelwand: 9184 m²
Green Code Klimadecke: 3376 m²
Thermodecke: 160 m²
Fertigteildecke zweiachsig: 3300 m²
Vorgespannte Hohldecke: 3200 m²
Stützen + Träger + Treppen

Work Architects Europe
39100 Bozen
Italien
www.workarchitects.eu
Augusto Visintini

„Der Einsatz vorgefertigter Betonelemente erfolgte auf Initiative des Bauherren, der das ganze Gebäude möglichst wirtschaftlich errichten und zukünftige Instandhaltungskosten vermindern wollte. Wir haben gerne mitgemacht, denn unser Atelier arbeitet für Tragwerke schon seit mehreren Jahren mit der Firma Progress zusammen. Die Planung mit vorgefertigten Balkonelementen und Klimadecken war dagegen Neuland und eine spannende Herausforderung.“
(Augusto Visintini)

〉  Fotos: Jürgen Eheim, Brixen
Langenau Zweifamilienhaus Vorschau

Zweifamilienhaus | Langenau

Wohnen für Generationen

Flexibles Wohnkonzept für die ganze Familie

 

Das Mehrgenerationenhaus wurde auf einem schmalen Grundstück am Langenauer Ortsrand errichtet und ist in zwei ineinander verzahnte Baukörper gegliedert: Ein erdgeschossiges Haus für die Großeltern und ein zweigeschossiges Haus für deren Kinder und Enkel. Zur Differenzierung der Baukörper kommen jeweils unterschiedliche Konstruktionen und Materialien zum Einsatz. Die Planung legt großen Wert auf ein flexibles Nutzungskonzept, das zukünftig mit geringem Aufwand unabhängige Wohneinheiten separieren kann.

Der zweigeschossige Gebäudetrakt beinhaltet im Erdgeschoss einen offenen Grundriss mit Wohn-, Koch- und Essbereich. Im Obergeschoss befindet sich das Badezimmer mit Saunabereich und einem Balkon. Zudem sind dort die Kinderzimmer untergebracht, die zukünftig auch als eigenes Appartement abgetrennt werden können. Dieser Teil des Gebäudes ist verputzt und nimmt mit seinem Satteldach Bezug zu den benachbarten Häusern.

Demgegenüber steht die Konstruktion aus kerngedämmten Thermowänden in Sichtbetonoptik, die sich über einen großen Bereich des Erdgeschosses erstreckt. Ihr Flachdach bildet ein Sonnendeck aus, auf dem ein Dachgarten vorgesehen ist. Diesen Gebäudetrakt nutzen die Großeltern als altersgerechte Wohnung: ebenerdig, separat zugänglich und mit eigenem Garten. Auch dieser Baukörper ist als unabhängige Wohneinheit konzipiert, um auf eine zukünftige Zweitnutzung vorbereitet zu sein.

Das Gebäude wurde über die Anforderungen der EnEV hinaus geplant und entspricht dem KfW40-Standard. So sind die Thermowände durch eine effektive Dämmschicht im Passivhausstandard ausgeführt und der Beton dient als Speichermasse. Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sichert die Luftqualität mit minimalem Energieeinsatz

Bauelemente:
Green Code Thermowand: 280m²

Architekturbüro zwo P
Planungsgesellschaft mbH
89073 Ulm
www.zwo-p.de
Raphael Stohr | Erik Kretzinger

„Betonfertigteile bieten unter beengten Baustellenbedingungen klare Vorteile bezüglich Montageaufwand und Bauablauf. Zudem erzielt die industrielle Fertigung eine hohe Oberflächenqualität und bietet sichere Detaillösungen für Bauwerksanschlüsse. Auch hohe energetische Anforderungen lassen sich einfach umsetzen.“
(Raphael Stohr)

〉  Fotos: Conné van d´Grachten, Ulm
Neumarkt Wohnanlage Vorschau

Wohnanlage | Neumarkt

Wohnanlage aus drei zusammenhängenden Gebäuden
52 Wohnungen mit einer Gesamtwohnfläche von ca. 4.400 m²
Zwei Tiefgaragen mit insgesamt 50 Stellplätzen & zusätzlich 20 Außenstellplätze
Sechs Kettenhäuser mit jeweils ca. 140m² Wohnfläche

Bauträger:
Kellermann Wohnbau GmbH
92318 Neumarkt i. d. OPf.
www.kellermann-wohnbau.de

Bauelemente:
Elementdecke: 8.400 m²
Treppen: 370 Stück
Balkone
MEIER Öko-Kalkstein: 45.000 Stück

 

KNYCHALLA + TEAM
Architekten Stadtplaner GmbH
Architektur + Freiraum
92318 Neumarkt i.d.OPf.
www.knychalla.com

〉  Fotos: Maximilian von Stromberg, Neumarkt
Hohenschambach Wohnanlage Vorschau

Wohnanlage | Hohenschambach

Bauelemente:
MEIER mineral: 5.300 Stück
MEIER Öko-Kalkstein: 3.800 Stück

 

Planungsbüro Markus Hauser
93339 Riedenburg

〉  Fotos: Reinhard Mederer Werbefotografie, Velburg
Parsberg Einfamilienhaus Vorschau

Einfamilienhaus | Parsberg

Bauelemente:
Elementdecke: 520 m²
Doppelwand: 60m²
Treppen: 4 Stück
MEIER M10: 3.400 Stück
MEIER Leichtbaublock: 4.300 Stück
MEIER Öko-Kalksteine: 1.000 Stück

 

Benjamin Moser
92331 Lupburg

〉  Fotos: Reinhard Mederer Werbefotografie, Velburg
Nürnberg Doppelhäuser Vorschau

Doppelhäuser | Nürnberg

Bauelemente:
Elementdecke: 910 m²
Treppen: 30 Stück
MEIER Öko-Kalkstein: 3.400 Stück

 

b.k. bau-konzept GmbH
92224 Amberg
www.bk-baukonzept.de

〉  Fotos: Reinhard Mederer Werbefotografie, Velburg
Feucht Wohnanlage Vorschau

Wohnanlage | Feucht

Bauelemente:
MEIER Öko-Kalkstein: 73.550 Stück

 

b.k. bau-konzept GmbH
92224 Amberg
www.bk-baukonzept.de

〉  Fotos: Reinhard Mederer Werbefotografie, Velburg
Ulm Einfamilienhaus Vorschau

Einfamilienhaus | Ulm

Klare Linien

Präzise Fugen und integrierte Beleuchtung

 

Am Hang des Ulmer Michelsberges hebt sich die monolithische Betonvilla deutlich vom gebauten Umfeld ab. Reduziertes Design mit einer klaren Linienführung zieht sich durch das gesamte Grundstück: Vom Fugenbild der Thermowände bis zum Terrassenbereich mit Pool und Sauna ist alles präzise aufeinander abgestimmt. Auch im Innenraum harmonieren die konstruktiven Fugen unter anderem mit LED-Schienen, die bei der Vorfertigung in die Klimadecken eingelassen wurden

 

Im Norden nimmt das Gebäude die Geometrie der Grundstücksgrenze auf und ermöglicht eine optimale Einbindung der Wohnebenen in die bestehende Topographie. Dadurch wird auch die südliche Terrassenfläche maximiert. Um die Strenge des Gebäudes aufzulösen, wurde im Norden ein Vordach ergänzt, das den Eingang vor Witterungseinflüssen schützt. In Verlängerung des Vordaches bildet ein mit schwarzem Streckmetall abgetrennter Fahrradraum den baulichen Abschluss.

Im Inneren ist das Gebäude mit offenen, fließenden Raumübergängen konzipiert. Der einzige Fixpunkt in den Ebenen ist die zentrale Erschließungstreppe mit Absturzsicherung aus schwarzem Flachstahl. Durch ihren farblichen Kontrast zum grauen Beton und die akustische Verkleidung an der Unterseite wirkt die Treppe wie eine begehbare Skulptur durch alle Geschosse. Großzügige Fensterflächen sorgen für ein lichtdurchflutetes Ambiente. Sie rahmen den Blick auf das Ulmer Münster und das Alpenpanorama ein. Verstärkt wird dieses Bild durch Rahmenverbreiterungen, die in Teilbereichen auch als Sitzfläche dienen. Die raumhohen Türen, Einbauelemente und Vorhänge bilden gemeinsam mit dem weiß gestrichenen Boden den farblichen Kontrapunkt zu den Betonwänden.

Ein großer Vorteil der industriellen Vorfertigung ist, dass Komponenten der Gebäudetechnik präzise in die Bauelemente integriert werden können. Das vereinfacht die Arbeit der ausführenden Gewerke, beschleunigt den Bauablauf und sichert einen hohen Qualitätsstandard. Die Bauherrschaft war vor allem von der unsichtbaren Technik in der Klimadecke überzeugt, wodurch sämtliche Flächen frei und flexibel bleiben. Um das zu ermöglichen, werden die Klimadecken ab Werk mit oberflächennahen Rohrregistern zum Heizen und Kühlen ausgestattet. Dämmkörper über diesen Registern bilden eine thermische Trennung vom Betonkern und reduzieren das Gewicht der  Decke. Des Weiteren sind Leerrohre für die Elektrik, Lüftungsrohre und die erforderlichen Aus lässe vorbereitet. Als besonderes Highlight wurden für das Beleuchtungskonzept Vertiefungen in der

Deckenuntersicht ausgespart, die bündig integrierte LED-Schienen aufnehmen. Diese geradlinige Beleuchtung komplementiert das präzise Fugenbild und die konsequente Ästhetik des Gebäudes. Per Smartphone lässt sich das Licht stufenlos einstellen und für den Schnellzugriff abspeichern. Dieselbe Smart Home App steuert übrigens den Pool, die Sauna sowie die Heizung und Kühlung der Decke.

Aufgrund der großzügigen Verglasung nach Süden ist die Kühlfunktion der Klimadecke ein wichtiger Faktor für ein behagliches Raumklima: Wenn sich der Boden und die Wände durch die Sonne aufheizen, strahlen sie diese Wärme ab und wirken wie eine Heizfläche. Die Klimadecke wirkt dem entgegen, indem sie die Wärmestrahlung aus dem Raum absorbiert und kontinuierlich mit dem Wasser abführt, das mit leichten Untertemperaturen in die Rohrregister geleitet wird. Dadurch kühlen auch von der Sonne beschienene Oberflächen aus und strahlen weniger Wärme in den Raum. Diese Kühlmethode ist geräuschlos, behaglicher und vor allem gesünder als das Kühlen über kalte Luft. Und da sich die Decke im Winter auch hervorragend zum Heizen eignet, wird die gesamte Raumtemperierung von einem einzigen System abgedeckt.

Bauelemente:
Green Code Thermowand: 485 m²
Green Code Klimadecke: 390 m²

ankner buchholz architekten
89073 Ulm
www.ab-architekten.com
Hanna Nasfeter | Yusuf Aydin

"Die präzise und homogene Betonoptik des viergeschossigen Baukörpers ist nicht zuletzt durch eine konsequente Detailausbildung entstanden. Die bewusste Reduzierung der Materialien und Farben akzentuiert die klare Architektur. Der zweischalige Aufbau mit Kerndämmung und die konstruktiv erforderlichen Fugen sind fassadenübergreifend angeordnet und erzeugen sowohl außen als auch im Innenraum eine durchgehende Linienführung."
(Hanna Nasfeter | Yusuf Aydin)

〉  Fotos: Conné van d'Grachten, Ulm | Porträts: ankner buchholz architekten
Schorndorf Einfamilienhaus Vorschau

Einfamilienhaus | Schorndorf

Gebaute Landschaft

Energetisch optimiert und ausgezeichnet

 

Alle fünf Jahre kürt die Architektenkammer Baden-Württemberg die besten Bauvorhaben der einzelnen Landkreise. Zu den Gewinnern im Rems-Murr-Kreis zählt 2018 dieses Einfamilienhaus mit dem Motto ­„gebaute Landschaft“.

Beispielhaftes Bauen heißt der Wettbewerb und ganz in diesem Sinne bezieht er sich auf sämtliche Aspekte guter Architektur: Die siebenköpfige Jury bewertet unter anderem die äußere Gestaltung, die Zweckmäßigkeit der inneren Raumbildung, die Angemessenheit der Mittel, ökologische Gesichtspunkte sowie den Umgang mit dem städtebaulichen Kontext. Ausgezeichnet werden nur Arbeiten, die im Sinne der Ausschreibung all diese Kriterien vorbildlich erfüllen und als alltagstauglich anzusehen sind. Insgesamt schafften es im Rems-Murr-Kreis 91 Arbeiten in das Auslobungsverfahren und am Ende vergab die Jury 19 Auszeichnungen: Nur zwei in der Kategorie Wohnen und eine davon gilt der gebauten Landschaft.

Das Grundstück befindet sich am nordöstlichen Rand der Stadt Schorndorf im Remstal. Dort liegt es auf einer leichten Anhöhe und grenzt direkt an das Landschaftsschutzgebiet: Im Norden und Osten herrliche Streuobstwiesen so weit das Auge reicht – im Süden und Westen marginale, lieblose Architektur. Ein Ort zwischen Urbanität und Natur.

Der Baukörper ist in drei gleich große Quadrate zoniert, die versetzt angeordnet sind, um sich jeweils in alle Himmelsrichtung zu öffnen. Das erzielt in jedem Bereich und zu jeder Tageszeit ein Maximum an Besonnung sowie die größtmögliche Orientierung in die Natur. Darüber hinaus sind die Ebenen gesplittet, was die Topografie der Landschaft im Gebäude erlebbar macht. Das Gebäude verzahnt sich mit dem angrenzenden Grün und schafft so den Übergang zum Wohngebiet.

Im gesamten Gebäude ist Sichtbetonoptik das vorherrschende Gestaltungsmerkmal. Die Gebäudehülle aus kerngedämmten Green Code Thermowänden hinterlässt beidseitig schalungsglatte Betonoberflächen – ebenso wie die Untersicht der Klimadecken. Selbst der Boden besteht aus geglättetem Verbund-Sichtbeton-Estrich, der nur noch farblos matt imprägniert wurde. Die Betonfertigteile greifen bisweilen in ungewöhnlichen Winkeln präzise ineinander und erzeugen Spannung durch die entstehenden Geometrien und Fugenbilder. In die Untersicht der Klimadecken sind LED-Spots mit einer kardanischen Aufhängung integriert. Das ermöglicht eine flexible Beleuchtung nach allen Seiten und erzeugt unabhängig von der Ausrichtung ein ruhiges Deckenbild.

Die tiefliegende Wintersonne erwärmt durch die großen Fenster­öffnungen die Betonflächen im Innenraum. Diese speichern die Wärme und geben sie bis in den späten Abend wieder ab. Green Code Klimadecken beheizen die Räume nach einem vergleichbaren Prinzip: Ihre wasserführenden Rohrregister liegen nahe an der Oberfläche und sind durch Dämmkörper thermisch vom Betonkern getrennt. Dadurch richtet sich die Energie maximal nach unten und temperiert schnell die gesamte Deckenoberfläche.

Im Heizbetrieb strahlt die Klimadecke ihre Wärme nun gleichmäßig an alle Oberflächen im Raum ab und erzeugt so eine rundum warme Umgebung. Dieser Strahlungsaustausch erwärmt den Boden, die Wände und Möbel – aber nicht die Luft. Das ist wichtig, denn dadurch wird die Luft nicht umgewälzt und wirbelt keinen Hausstaub auf. Im Vergleich zu Radiatoren und Fußbodenheizungen reduziert sich deshalb die Schwebstoffbelastung der Atemluft. Ein wichtiger Beitrag zu einem angenehmen Raumklima – besonders für Allergiker und Menschen mit Atemwegserkrankungen.

Während andere Heizsysteme im Sommer stillstehen, kann die Klimadecke den umgekehrten Strahlungsaustausch zum Kühlen nutzen. Darüber hinaus ist das Gebäude auch passiv auf die warme Jahreszeit eingestellt: Die hochstehende Sommersonne bestrahlt die Wände nicht mehr direkt und Textil-Screens verschatten die Glasflächen, um die solare Aufheizung noch weiter einzudämmen. Nachts lässt sich mittels Dachluke und Fenster eine natürliche Konvektion durch den zentralen Luftraum anregen, um die Betonmasse abzukühlen und am folgenden Tag von der gespeicherten Kälte zu profitieren.

Der Energiehaushalt profitiert sowohl von der Konstruktion als auch der Funktionsweise der Klimadecken: Aufgrund der großen aktiven Fläche mit oberflächennahen Rohrregistern genügen bereits geringe Übertemperaturen im Wasservorlauf, um ein behagliches Raumklima zu erzeugen. Dadurch arbeitet die Wärmepumpe mit einem hohen Wirkungsgrad und geringem Energieverbrauch. Zudem überträgt Wärmestrahlung die Heiz­energie direkt an den Boden und die Wände, wo sie in diesem Gebäude besonders gut durch die Betonmasse gespeichert wird. Dabei heizt sich die Luft nicht unnötig auf und auch beim Lüften geht kaum noch Energie verloren. Der End­energiebedarf des Gebäudes beträgt rund 23 kWh / (m2a).

Bauelemente:
Green Code Thermowand: 400 m²
Klimadecke: 200 m²

finckh architekten bda
70184 Stuttgart
www.finckharchitekten.de
Thomas Sixt Finckh

 

 

„Unser Gebäude orientiert sich weniger an der gebauten Struktur des Umfeldes, sondern greift tiefer und entwickelt sich vielmehr aus der Aufgabe selbst und dem Kontext des Ortes. Es verzahnt sich mit dem angrenzenden Grün und schafft den Übergang zum Wohngebiet: Die gebaute Landschaft.“
(Thomas Sixt Finckh)

〉  Fotos: Thomas Sixt Finckh, Stuttgart

 

Freising Mehrfamilienhaus Vorschaubild

Mehrfamilienhaus | Freising

Geschosswohnungsbau als Ensemble

Betonanbau ergänzt Wohnungsbau von 1974

 

Als Wohngebäude für Betriebsangehörige einer benachbarten Firma wurden 1974 zwei Häuser mit je 12 Wohneinheiten errichtet. Die Gebäude – verputzte Mauerwerksbauten – sind geprägt durch ­Betonfertigteil-Balkone und sichtbaren Beton an Kellersockel und Dachattika. Sie weisen eine damals zeitgemäße und zugleich zeitlos zurückhaltende Architektursprache auf und sind mit äußerst funktionalen Grundrissen ausgestattet.

Die dritte Generation des damaligen Bauherren ergänzte eines dieser Gebäude 2016/2017 durch einen Anbau. Das Konzept: Eine Fortführung der Gestaltungselemente des Bestandsgebäudes bei gleichzeitiger Ausführung im Rahmen der aktuellen bautechnischen Möglichkeiten. Das Thema Sichtbeton sollte übernommen werden und die neuen Fassaden dominieren. Fertigteilbalkone sollten in Anlehnung an die Balkone des Bestandsgebäudes das Zusammenspiel von Neu und Alt betonen.

Die Gebäudehülle besteht aus Thermowänden und für die übrigen Tragwände wurden Doppelwände eingesetzt. Die Thermowände ermöglichten auf einfache Weise Sichtbetonoptik an den Außenwänden, eine optimale Dämmung und eine kurze Bauzeit durch ihre Vorfertigung. Auch der ­Sonnenschutz aus Raffstoren konnte unsichtbar in die Außenwände integriert werden. Im offenen Treppenhaus führen beschichtete Fertigteiltreppen das vorherrschende Thema Beton fort. Verzinkte Stabgitterelemente an Treppenbrüstungen und Eingangstoren ergänzen die Sichtbetonoptik.

Der Aufzugsturm schirmt als Zäsur zwischen Bestandsgebäude und Anbau die Südbalkone voneinander ab. Um genügend Stellplätze zu schaffen, wurde das Gebäude auf einem Sockelgeschoss aufgeständert, so dass eine Parkierung auch unter dem Haus möglich ist. Die Bauteile im offenen und durchlässigen Bereich wurden jeweils von der Fassadenflucht zurückgesetzt und farblich betont.

Grundrisse mit durchgehendem Wohnbereich über die gesamte Gebäudetiefe minimieren die Flurbereiche und ermöglichen größtmögliche Transparenz. In den zur Vermietung vorgesehenen Wohnungen konnten die Wandoberflächen der Fertigteile mit reduziertem Spachtelaufwand weiß beschichtet werden – ohne zusätzlichen Verputz.

GC Logo

Bauelemente:
Green Code Thermowand:
350 m² | 45 cm stark
U-Wert 0,17 (0,25 als Brandwand)
Doppelwand: 192 m²
Fertigteildecke: 610 m²

Doris Heym

Heym Göggel Heym Architekten
85521 Ottobrunn
architekturbüro.heym@t-online.de
Dipl.-Ing. Doris Heym

„Die geschossweise versetzten Öffnungen des Anbaus werden durch den Einsatz vorgefertigter Thermowände sowie deren lineare Fugenstruktur betont und ergänzen perfekt die 70er-Jahre-Optik des Bestandsgebäudes. Mit zwei Oberflächenfarben – lasiertem Sichtbeton und der beigegrauen Beschichtung des Sockelgeschosses, der Balkone und Fenster – wurde im Zusammenspiel mit verzinkten Brüstungen und Treppengeländern eine zurückhaltende, reduzierte Gestaltung realisiert. Der Holzbelag der Balkone erweitert die parkettierten Innenräume nach außen.“
(Doris Heym)

〉  Fotos: Valentina Damian, Landshut
Bodensee Einfamilienhaus Vorschaubild

Einfamilienhaus | Bodensee

Passivhaus mit Charakter

Ein Eyecatcher aus dunkel lasiertem Beton

 

Das Einfamilienhaus befindet sich in einem kulturell und ­städtebaulich bunten Viertel, wo sich Gebäudeformen, Farben und Materialien aus verschiedenen Phasen der städtischen Entwicklung aneinanderreihen. Einerseits gliedert sich der Baukörper mit seinem hohen Satteldach ­formal in den Straßenzug ein. Anderseits sind Materialität, Fassaden­öffnungen und Farbe so gewählt, dass er sich klar von seiner Umgebung abhebt und seine Eigenständigkeit selbstbewusst hervorhebt.

Durch den Einsatz von Fertigteilen konnte die Baulücke besonders schnell geschlossen werden. Die Gebäudehülle ist mit großformatigen Thermo­wänden ausgeführt und besticht durch ihre außergewöhnliche Oberfläche. Eine dunkle, mehrschichtige Lasur lässt die Betonstruktur leicht durchscheinen und verleiht dem aus der Masse gearbeiteten Baukörper seine bildhauerische Kraft. Alle Innenräume – bis hin zu den Türen und Möbeln – sind in Weiß gehalten, die Böden und Treppen mittels durchgehender Estrichbeschichtung einheitlich hellgrau.

Das Gebäude bildet durch seinen rückspringenden Baukörper einen ­privaten Innenhof und steht an drei von vier Seiten Rücken an Rücken mit der Nachbarbebauung. Das lässt eine Belichtung nur hofseitig und von oben zu. Die Verglasung wird durch tragende Stützen gegliedert. Diese sind thermisch getrennt, gerade einmal 14 cm breit und besonders im Bereich des Giebelraums ein markantes Gestaltungsmittel.

Das Haus bietet viel Platz für eine große, kinderreiche Familie. Im Erdgeschoss befindet sich eine separate Einliegerwohnung, eine Doppelgarage und der geschützt liegende Eingangsbereich. Im Obergeschoss sind die Schlaf- und Arbeitszimmer, die je nach Bedarf nochmals in eine interne Wohnung unterteilt werden können. Im Dachgeschoss befindet sich ein großzügiger, bis zu 5,5 Meter hoher Wohn-Essraum mit Bibliothek und Terrasse. Durch den hohen Grundwasserspiegel und die angrenzende Bebauung wurde auf einen Keller verzichtet und stattdessen Abstell- und ­Lagerräume in allen Geschossen integriert.

Heizung und Kühlung werden energieeffizient über eine Wärmepumpe ­betrieben und der Luftwechsel erfolgt über eine kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung. Eine Gebäudesteuerung überwacht und optimiert das Zusammenspiel dieser Komponenten. In Kombination mit effektiv gedämmten Thermowänden wird so Passiv­hausstandard realisiert.

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Bauelemente:
Green Code Thermowand: 465 m²
Doppelwand: 130 m²

Sebastian Krehn

Architekt Sebastian Krehn
Architektur | Bauleitung | Consulting
6921 Kennelbach
Österreich
www.krehn.com
Sebastian Krehn

„Dem Betrachter sticht sofort die dunkle Fassade ins Auge, die er meist mit der Umgebung und den Umbrüchen dieses Stadtteils in Bezug bringt. Der dunkel lasierte Beton verstärkt die plastische Wirkung des Gebäudes und steigert seine Eigenständigkeit. Beton, aber anders!
Der L-förmige Baukörper ermöglicht auf dem nur 250 m2 großen Grundstück trotz dreiseitiger Bebauung einen privaten Innenhof. Der bis zu 5,5 m hohe Giebelraum und ein zentrales, großzügiges Oberlicht schaffen attraktive Lichtstimmungen in den Innenräumen. Das Haus ist ein Maßanzug für eine Bauherrschaft, die weiß, was sie will und sich dafür engagiert!“
(Sebastian Krehn)

〉  Fotos: Conné van d´Grachten, Ulm
Sterzing Mehrfamilienhaus Vorschaubild

Mehrfamilienhaus | Sterzing | Italien

Präziser Kubus

Sichtbetonoptik mit exaktem Fugenbild

 

Auf vier überirdischen Stockwerken bietet das Mehrfamilienhaus Platz für neun Familien. Im Untergeschoss befindet sich eine geräumige Tiefgarage, die gegen drückendes Wasser mit Fertigteilwänden als Weiße Wanne ausgeführt ist. Der kompakte und geradlinige Baukörper besticht durch eine klare Linienführung. Dabei wurde großer Wert auf ein attraktives Fugenbild gelegt, das neben fertigungsbedingten Fugen auch mit Scheinfugen umgesetzt ist. Als Kontrast zur Sichtbetonoptik bestehen die Außen­abschlüsse aus bronzefarbenem Aluminium.

Die Gebäudehülle ist mit Thermowänden ausgeführt. Die Dämmung wird bereits bei der Vorfertigung in die Wände integriert und ist durch den Beton dauerhaft vor Verwitterung, Feuer und mechanischer Beschädigung geschützt. Im Gegen­satz zu Wärmedämmverbundsystemen bleibt ihre ­Effektivität daher erheblich länger erhalten. Mit hochwertigem Dämm-Material ist auch Passivhausstandard leicht realisierbar. Darüber hinaus bietet die Konstruktion schalungsglatte Oberflächen zu beiden Seiten, die sich leicht zu Sichtbeton veredeln lassen. Die computergestützte Produktion liefert passgenaue Elemente, die nach der Montage ein präzises Fugenbild ergeben.

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Bauelemente:
Green Code Thermowand: 685 m²
Doppelwand: 1.000 m²
Fertigteildecke: 1.600 m²

Geometer Wolfgang Obkircher
39040 Vahrn
Südtirol | Italien
www.obkircher.it

„Die Fertigteilbauweise bietet eine kostengünstige Möglichkeit, eine perfekte Sicht­betonoptik zu erreichen. Darüber hinaus ergibt sich ein zeitlicher Vorteil im Bauablauf gegenüber konventionellen Mauerwerksbauten. Der Energiestandard wurde durch eine kerngedämmte Stahlbetonfertigteilkonstruktion, kontrollierte Wohnraumlüftung und Flächenheizungen erreicht.“
(Wolfgang Obkircher)

〉  Fotos: Jürgen Eheim, Brixen
Reichling Einfamilienhaus Vorschaubild

Einfamilienhaus | Reichling

Low Budget – High Quality

Betonfertigteile in Kombination mit Trockenbau

 

Bauherr und Architekt hatten sich ein hohes Ziel gesetzt: Sie planten ein Einfamilienhaus mit 120 Quadratmetern Wohnfläche im Raum München – mit einem Budget von rund 300.000 €. Noch dazu mit behaglichem Raumklima durch Klimadecken und eine kontrollierte Wohnraumlüftung. Das Konzept nutzt konsequent die Möglichkeiten, Kosten zu reduzieren und gleichzeitig die Qualität hoch zu halten. Zu diesem Zweck ermöglicht eine Kombination aus Betonfertigteilen und Trockenbau einen hohen Anteil an Eigenleistungen.

Geliefert wurde das Tragwerk aus Betonfertigteilen: Mit einer Gebäudehülle aus kerngedämmten Thermowänden und zwei Klimadecken erfüllte das Gebäude bereits höchste Ansprüche an ein behagliches Raumklima und einen effizienten Energiehaushalt. Der Ausbaustandard wurde jedoch auf das Wesentliche reduziert. Auf eine Trittschalldämmung kann im Einfamilienhaus verzichtet werden und der Einsatz von Klimadecken anstelle einer Fußbodenheizung macht auch den Estrich überflüssig – somit konnten die Fußböden direkt auf dem Überbeton verlegt werden.

Betonfertigteile werden geliefert, montiert und mit Ortbeton verfüllt. Schnell steht das Haus – aber fertig sind die Bauteile dann noch nicht. Viele Arbeiten können wie bei diesem Projekt in Eigenleistung erledigt werden: Das Schließen der Fassadenfugen, das Hydrophobieren der Fassaden, die Montage der Fensterlaibungen und das Verlegen der Fußböden führte der Bauherr selbst aus.

Der Innenausbau erfolgte im Trockenbau. Einerseits, um durch Eigenleistung die Kosten zu reduzieren und andererseits, um in der Raumaufteilung auch zukünftig flexibel zu bleiben. In diesem Arbeitsschritt wurde auch die Lüftungsanlage und die Elektroinstallation vom Bauherren unter fachmännischer Anleitung ausgeführt. In den gelieferten Betonwänden waren die Leerrohre und Dosen dafür bereits integriert und zum Anschluss bereit.

Der angestrebte Budgetrahmen war ambitioniert und wurde nur knapp überschritten. Durch das maßgeschneiderte Konzept und großes Engagement des Bauherren entstand ein ­attraktives Einfamilienhaus mit moderner Green Code Technik und hoher, langfristiger Wertschöpfung.
Unterdessen hat sich die Familie in ihrem neuen Heim bereits gemütlich eingerichtet und genießt den ersten Winter mit Wohlfühlklima. Nächstes Frühjahr kommen dann die Außenanlagen an die Reihe.

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Bauelemente:
Green Code Thermowand: 220 m²
Doppelwand: 30 m²
Green Code Klimadecke: 100 m²

German Deller Architekten

German Deller Architekten
85221 Dachau
www.germandeller.de
German Deller
Projektleitung: Carolin Döllinger

„Das Baugrundstück liegt am östlichen Ortsrand von Reichling in unmittelbare Nähe zum Lechtal, umgeben von ländlichen Einfamilienhäusern. Das zweigeschossige ­Gebäude mit Satteldach nimmt die konventionelle Struktur auf und situiert sich auf dem langgestreckten, dreieckigen Grundstück mit Rücksicht auf den Baumbestand und der Möglichkeit zu einer späteren Erweiterung. Das nicht unterkellerte ­Gebäude mit 120 m² Wohnfläche bietet im Erdgeschoss Flächen für offenes Kochen, Essen und Wohnen. Drei Individualräume mit Bad im Obergeschoss sind den Kindern und Gästen ­vorbehalten. Das Dachgeschoss ist durch seine großzügige Höhe eine nahezu vollwertige Etage, in der sich das Elternschlafzimmer mit Ankleide, ein Duschbad und ein ­Home-Office befinden.“
(German Deller)

〉  Fotos: Florian Holzherr | art & architectural documentations, Gauting
Eppan Wohnanlage Vorschaubild

Wohnanlage | Eppan | Italien

Vertrautes neu gedacht

Genossenschaftsbau mit 23 Wohnungen

 

Das Architekturkollektiv feld72 wurde für seinen Wohnbau in Eppan mit dem hochkarätigen Südtiroler ­Architekturpreis in der Kategorie Wohnen geehrt. Die prämierte Anlage mit 23 Genossenschaftswohnungen zeichnet sich durch ihre eigenständige Ästhetik aus, aber ihr Ursprung ist tief verwurzelt in der für Südtirol typischen Dorfstruktur und der sie umgebenden Materialität.

In Zusammenarbeit mit dem Fertigteilwerk Progress entwickelte man innerhalb einer kurzen wie intensiven Experimentierphase erdwarm gefärbte Sichtbeton-Thermowände, die der Anlage einen skulpturalen Charakter verleihen. Das eingesetzte Material weist neben guten ­Wärmedämmwerten auch eine besonders hohe Widerstandsfähigkeit auf und kann im Bauprozess schnell und sauber verarbeitet werden, wobei die Baukosten nicht ­höher liegen als bei den üblichen Ziegelbauten.

Die Baukörper sind in Form und Ausdruck zurückhaltend und schlicht konzipiert. Vielfalt entsteht durch die Variation der Öffnungen: Raumhohe Fenster und strukturierte Deckenbänder gliedern die Fassaden. Hierbei orientierte man sich an den im Dorf bestehenden Wohnhäusern.

Für die Wohnanlage wurde die für Südtirol spezifische kompakte Dorfstruktur aufgegriffen. Die Gebäude schmiegen sich fließend an die Struktur des Ortes mit seinen unterschiedlich gelagerten Niveaus an und vervollständigen so das Gesamtbild der Siedlung, die sich nun aus alten und neuen Elementen zusammensetzt. Die bestehende Terrassierung des Baugrundes wurde für die Gestaltung von privaten Terrassen und Gärten genutzt.

Bereits vor der Realisierung des Projekts war bekannt, wer einmal in den Wohnungen leben würde und so konnte in direkter Abstimmung mit den Familien auf deren Wünsche und Bedürfnisse eingegangen werden. Zentrales Element der Anlage ist ein begrünter Innenhof, um den sich die fünf wohlkonzipierten Wohnhäuser gruppieren: Dieser Freiraum kann gemeinschaftlich genutzt werden und dient somit als Treffpunkt, der das soziale Miteinander zwischen den Bewohnern der Anlage fördert.

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Bauelemente:
Green Code Thermowand: 2.750 m²
Doppelwand: 2.800 m²
Fertigteildecke: 1.100 m²
Fertigteildecke zweiachsig: 2.000 m²

feld72
Architekten
Architektur | Urbane Strategien
1080 Wien
Österreich
www.feld72.at

„Bei unseren Projekten ist uns stets eine Einbettung in den Kontext wichtig: Einerseits im Sinnes eines Genius Loci, andererseits aber auch in sozialer und historischer Hinsicht. Eppan ist als burgenreichste Region Europas umgeben von Großbauten, die durch Verwendung von Materialien aus dem unmittelbaren Umfeld gleichsam mit der Landschaft zu verschmelzen scheinen.
Gemeinsam mit der Firma Progress haben wir diesen Ansatz auch bei der Wohn­anlage Eppan verfolgt und als Farbton für die zweischaligen Sichtbetonelemente annähernd das Rotbraun des lokal dominierenden Gesteins Porphyr gewählt. Neben guten Wärmedämmwerten weist das Material eine besonders hohe Widerstands­fähigkeit auf, lässt sich schnell und sauber verarbeiten und verleiht der Anlage ihren skulpturalen Charakter. Um die Möglichkeiten des Produkts in vollem Umfang auszureizen, wurden von beiden Seiten Pionierleistungen erbracht. Gleichzeitig gelang es in derselben Preiskategorie eines konventionellen Ziegelbaus zu bleiben.“
(feld72)

〉  Fotos: Hertha Hurnaus, Wien
Heroldstatt Flüchtlingsheim Vorschaubild

Flüchtlingsheim | Heroldstatt

Flexibles Nutzungskonzept

Flüchtlingsunterkunft wird Mietwohnung

 

Die Gemeinde Heroldstatt ließ sich ein Gebäude ent­wickeln, mit dem sie flexibel nachhaltigen Wohnraum schaffen kann. Es eignet sich für unterschiedliche Standorte und so lassen sich weitere Objekte künftig mit sehr geringem Planungsaufwand errichten, um den Bedarf zu decken. Nach der ersten Nutzungsphase als Flüchtlingsunterkunft sollen die hochwertigen Wohnungen vermietet werden.

Wichtige Kriterien für den Entwurf waren geringe Kosten, eine kurze Bauzeit und größtmögliche Planungssicherheit. Der Einsatz von Betonfertigteilen ist die logische Konsequenz: Durch fertige Bauelemente entfallen aufwendige Arbeitsschritte vor Ort. Darüber hinaus werden viele Komponenten der Haustechnik bereits bei der Vorfertigung in die Wände und Decken integriert oder zum Einbau vorbereitet. Für die anderen Gewerke ist daraufhin alles vorgeplant und so angelegt, dass sie die Wände nicht mehr öffnen müssen. Probleme werden deshalb auch schon vor der Produktion erkannt und gelöst – nicht erst auf der Baustelle. Das vermeidet Verzögerungen und Mehrkosten durch Nacharbeiten.

Innerhalb von 8 Monaten wurden so zwei Gebäude errichtet, die jeweils vier Wohnungen mit 50 m² Wohnfläche zur Verfügung stellen. Alle Wohneinheiten sind separat zugänglich und haben ihren eigenen Wäsche-, Koch- und Sanitärbereich. Auf Gemeinschaftsräume wurde verzichtet. Einerseits um Begegnungen zwischen Kulturen zu ermöglichen, ohne sie zu erzwingen. Andererseits begünstigt diese Aufteilung die Folge­nutzung als unabhängige Mietwohnung. So sind auch die Technikräume separat von außen zugänglich und der Anbau von Balkonen ist bereits vorbereitet. Statt einer kurzfristigen Lösung hat die Gemeinde so ein nachhaltiges Nutzungskonzept mit attraktivem Wohnraum.

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Bauelemente:
Green Code Thermowand: 450 m²
Massivwand: 120 m²
Fertigteildecke: 540 m²

innoplan ingenieurbüro für bauwesen

Entwurf + Tragwerksplanung:
innoplan ingenieurbüro für bauwesen
89191 Nellingen
karl-heinz.kurz@innoplan.net

„Es sollte ein Gebäude zur Unterbringung von 16–20 Flüchtlingen konzipiert werden, das in Zukunft auch die Nutzung als Mietwohnung ermöglicht. Mit der Gemeinde Heroldstatt wurden vier verschiedene Standorte untersucht. Die Wahl fiel auf eine zentrale Lage mit guter Anbindung an die Infrastruktur und Blick ins Grüne. Für eine möglichst kurze Bauzeit und niedrige, gut kalkulierbare Kosten ist das Gebäude in Betonfertigteilen ausgeführt. Die gewählte Stahlbeton-Konstruktion ist robust, beständig und die Oberflächen können mit geringem Aufwand zu einer attraktiven Sichtbeton-Fassade veredelt werden.“
(Klaus Kurz)

Oberpfalz Einfamilienhaus Vorschaubild

Einfamilienhaus | Oberpfalz

Adaption und Kontrast

Sanierung eines Siedlungshauses mit Erweiterungsbau

 

Das besondere bei diesem Projekt ist der Dialog zwischen Alt und Neu. Der Baukörper des Erweiterungsbaus passt sich in seiner Form und Dimension an den Bestand an. In der Gestaltung der Öffnungen sowie bei der Materialwahl kontrastiert er jedoch zum bestehenden Siedlungshaus. Wichtig war beim Entwurf der Gedanke, das neue Gebäude möglichst einheitlich und monolithisch auszubilden. Das spiegelt sich in der Baukörperform ­sowie in Farbe und Eigenschaft der eingesetzten Materialien wider. Bewusst ist die Wand zum alten Obstgarten mit einem stumpfen Winkel gebrochen.

Die Sichtbetonwände sollten nicht gestört werden. Deshalb wurden Dachrinnen verdeckt hinter überstehenden Betonschalen montiert und Fallrohre in Aussparungen der Thermowände eingeführt – zum Beispiel am tiefsten Punkt der steigenden Traufe an der Ostfassade. Die stumpfen Winkel der Wände wurden entgegen der üblichen Fertigung mit umgreifenden Wandschalen umgesetzt. Die Dacheindeckung mit grauer FPO-Folie ordnet sich der Fassade und den Sichtbetonflächen unter.

Im Bestand befinden sich neben der Technik die Schlafräume mit dazugehörigem Bad und Schrankraum ­sowie das Kinderzimmer. So wurde die eher kleinteilige Struktur von 1950 nahezu belassen – die bestehende Treppe nur abgeschliffen und neu eingeölt. Die alte Dacheindeckung wurde sorgfältig entfernt und neue Biberschwanzziegel nur ergänzt, wo sie nötig waren. Die Fensterrahmen und Schiebeläden sind aus unbehandelter Eiche. Sie bilden einen spannenden Gegensatz zum Sichtbetonbau und dessen anthrazitfarbenen Fenstern aus Aluminium und Kunststoff.

Im Erweiterungsbau sind der Küchen- und Essbereich, das Wohnzimmer sowie einige Nebenräume untergebracht. Beton, Stahl, Glas und Holz bestimmen das Gebäude­innere: Der Arbeitsbereich der Bauherrin befindet sich etwas abgetrennt durch einen Steg aus Stahl und Glas im Dachgeschoss. Gebürstete und geölte Eichendielen kontrastieren mit tuchmatt lasiertem Sichtbeton. Sogar die Küchenarbeitsplatte wurde gesondert in Beton gefertigt.

Ein eingeschossiger Verbindungsbau mit ­gespachteltem Estrich verbindet die beiden Bauteile und lässt einen Durchblick auf die geschützte Terrasse zu. Die kleine Terrasse auf dem Dach ist sowohl vom Kinderzimmer als auch vom Wohnzimmer aus begehbar.

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Bauelemente:
Green Code Thermowand: 187 m²
Doppelwand: 50 m²
Fertigteildecke: 170 m²

Knipl, Pracht + Partner

Knipl, Pracht + Partner
Architekten und Ingenieure
92421 Schwandorf
Knipl.Architekt@t-online.de
Siegfried Knipl

„Die Erweiterung sollte das „klassische Siedlunghaus“ neu interpretieren und durch die rohe, unbehandelte Fassade einheitlich und monolitisch wirken. Daraus resultiert auch die Bauform mit rechtwinkligem bzw. parallelem Anschluss zum Bestands­gebäude und ausfallenden Außenwänden mit steigender Traufe zum Garten hin. Vorgefertigtes Bauen – ob als massiver Betonbau oder Holzrahmenbau – ist unserer Meinung nach die zeitgemäße Form des Bauens. Die Abstimmung unserer Werk­planung mit der Fertigungsplanung verlief absolut problemlos bis ins kleinste Detail, wie zum Beispiel der Ausbildung von Fugen und Ecklösungen“
(Siegfried Knipl)

〉  Fotos: Klaus Kurz Photodesign | www.klauskurz.de
Vorschaubild Einfamilienhaus München

Einfamilienhaus | München

Funktion und Ästhetik pur

Hier wird Beton zelebriert!

 

Beton ist in diesem Einfamilienhaus nicht nur der Werkstoff für tragende Bauteile: Die Fertigteil-Elemente werden auch kreativ für die Innenausstattung eingesetzt.

Im Eingangsbereich befindet sich die Garderobe in einem Betonschrank mit Schiebetür aus Milchglas. Küche und Essbereich sind durch einen Raumteiler vom Wohnzimmer getrennt – eine Kombination aus Fertigteil und Trockenbaukonstruktion in Sichtbeton-Optik. Dieses Element wird durch den eingearbeiteten Kamin und eine Nische für Feuerholz in Szene gesetzt. Betonsitzbänke im Innenbereich setzen sich auf der Terrasse fort, wodurch die beiden Bereiche optisch miteinander verbunden werden. Und auch die Treppe besteht aus dem vielseitigen Werkstoff, hier in Kombination mit Holz.

Das Obergeschoss kragt aus und überdacht den Sitzbereich der Terrasse. Zur Stabilisierung dieser Konstruktion ist die Armierung im darunterliegenden Baukörper verankert. Da die Scheibenwirkung der Wände im Bereich der Auskragung durch Fensteröffnungen beeinträchtigt ist, sind verstärkende Überzüge eingearbeitet. Der Baukörper ist vollständig mit Green Code Elementen ausgeführt. Neben kern­gedämmten Thermowänden für die Gebäudehülle sind auch maßgeschneiderte Klima­decken verbaut. Darin werden bei der Vorfertigung Rohrregister integriert, ­Lüftung und Elektrik vorbereitet sowie Details eingearbeitet – in diesem Fall Einbauspots und LED-Lichtleisten, die bündig mit der Decke abschließen.

Die Rohrregister in der Decke werden sowohl zum Heizen als auch zum Kühlen verwendet. Im Heizbetrieb fließt warmes Wasser hindurch, nur wenige Grad über der Raumtemperatur. Diese Wärme verteilt sich in Form von Wärmestrahlungs­wellen gleichmäßig in jeden Winkel des Raumes. Dabei wird nicht die Luft erwärmt, sondern direkt Boden, Wände, Fenster und Möbel: Die Luft gerät nicht ins Zirkulieren und wirbelt ­keinen Staub auf. Im Kühlbetrieb fließt kaltes Wasser durch die Rohrregister. Wärmestrahlung aus dem Raum und die aufgestiegene warme Luft erwärmen die Decke. Das zirkulierende ­Wasser führt die Wärme ab und kühlt den Raum.

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Bauelemente:
Green Code Thermowand:
250 m² | 40 cm stark | U-Wert 0,17
Doppelwand: 550 m²
Green Code Klimadecke: 500 m²

Neutard Schneider Architekten

Neutard Schneider Architekten
Partnerschaft Mbb
81543 München
www.neutardschneider.com
Babette Schneider | Philipp Neutard

„Das obere Geschoss springt teilweise zurück und schafft Platz für eine geräumige Dachterrasse. Auf der Südseite kragt das Obergeschoss weit aus und überdacht die Terrasse für den Wohnbereich im Erdgeschoss. Die sehr großen Fertigteile schaffen ruhige, helle Flächen. Durch schmale vertikale Fugen und die betont breite horizontale Fuge zwischen den Etagen wirkt das Gebäude flach und gestreckt. Die tragenden Innen- und Außenwände sind in Sichtbeton belassen. Als warmer Kontrast dazu bestehen die inneren Fensterrahmen und Dielen aus massiver Eiche.“
(Babette Schneider und Philipp Neutard)

〉  Fotos: Erik Dreyer Photography, München | Porträtfoto: Wolfgang Pulfer
Diepoldsau Einfamilienhaus Vorschaubild

Einfamilienhaus | Diepoldsau

Wechselspiel

von Ein- und Ausblicken

 

Bei diesem, schon im Umfang beeindruckenden Projekt, liefer ten wir 500 m2 Green Code Thermowand (U-Wert 0,15 W(m²K)), bei einer Wandstärke von 45 cm, 600 m² Doppelwand und 1.200 m² Elementdecke. Einzelne Wandelemente die als Sichtschutz eingesetzt werden, besitzen graf isch anmutende Durchbrüche und Durchblicke. Sie brechen mit der massiven Strenge der kubischen Formen und vermitteln dem Nutzer trotzdem weiter ein Gefühl der Privatheit. Ein besonderes, sehr mondän und luxuriöses Haus, das in Nähe des alten Rheinufers errichtet wurde. Durch diesen Standort war es notwendig, das Untergeschoss als »Weisse Wanne« auszuführen.

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Bauelemente:
Green Code Thermowand: 500 m² | 45 cm stark | U-Wert 0,15
Doppelwand: 600 m²
Elementdecke: 1.200 m²

Atelier Loher GmbH

atelier loher gmbh
Architektur und Fotografie
9436 Balgach
Schweiz
www.atelierloher.com
Joshua Loher

„Das zentrale Anliegen bei diesem Wohnhaus mit Gästehaus war die gestalterische Umsetzung des Themas Elementbau in Beton. Das Gebäude wurde dabei vom ersten Gedanken an in Elementen gedacht, um eine konsequente und stimmige Architektur zu erreichen. Die zwei wichtigsten Entwurfselemente sind die Platte und die Fuge. Das ganze Gebäude ist aus horizontal und vertikal angeordneten Platten entwickelt worden. Die vertikalen Platten wurden dabei mit so großem Fugenabstand zueinander angeordnet, dass sich die Fugen zu Öffnungen erweiterten, die mit Glas gefüllt wurden. Zur Anwendung kamen zwei Plattentypen. Unverletzte ganze Platten und Geschlitzte für Außenbereiche, wo Sichtschutz und trotzdem Lichteinfall gewünscht wurde. Durch Reduktion der Gestaltungselemente bekommt das Haus eine großzügige Eleganz und die Betonelemente eine selbstverständliche Präsenz.“
(Joshua Loher)

〉  Fotos: F. Nonnenbroich
Pegnitz Einfamilienhaus Vorschaubild

Einfamilienhaus | Pegnitz

Architekturbüro Volker Schwab
92648 Vohenstrauß
www.schwabarchitektur.de

〉  Fotos: Erich Spahn, Regensburg