Wohngebäude – aus Wohnen wird Zuhause

MFH Freising 1

Mehrfamilienhaus | Freising

  • MFH Freising 1
  • MFH Freising 2
  • MFH Freising 3
  • MFH Freising 4
  • MFH Freising 5
  • MFH Freising 6
1/1

Geschosswohnungsbau als Ensemble

Betonanbau ergänzt Wohnungsbau von 1974

Als Wohngebäude für Betriebsangehörige einer benachbarten Firma wurden 1974 zwei Häuser mit je 12 Wohneinheiten errichtet. Die Gebäude – verputzte Mauerwerksbauten – sind geprägt durch ­Betonfertigteil-Balkone und sichtbaren Beton an Kellersockel und Dachattika. Sie weisen eine damals zeitgemäße und zugleich zeitlos zurückhaltende Architektursprache auf und sind mit äußerst funktionalen Grundrissen ausgestattet.

Die dritte Generation des damaligen Bauherren ergänzte eines dieser Gebäude 2016/2017 durch einen Anbau. Das Konzept: Eine Fortführung der Gestaltungselemente des Bestandsgebäudes bei gleichzeitiger Ausführung im Rahmen der aktuellen bautechnischen Möglichkeiten. Das Thema Sichtbeton sollte übernommen werden und die neuen Fassaden dominieren. Fertigteilbalkone sollten in Anlehnung an die Balkone des Bestandsgebäudes das Zusammenspiel von Neu und Alt betonen.

Die Gebäudehülle besteht aus Thermowänden und für die übrigen Tragwände wurden Doppelwände eingesetzt. Die Thermowände ermöglichten auf einfache Weise Sichtbetonoptik an den Außenwänden, eine optimale Dämmung und eine kurze Bauzeit durch ihre Vorfertigung. Auch der ­Sonnenschutz aus Raffstoren konnte unsichtbar in die Außenwände integriert werden. Im offenen Treppenhaus führen beschichtete Fertigteiltreppen das vorherrschende Thema Beton fort. Verzinkte Stabgitterelemente an Treppenbrüstungen und Eingangstoren ergänzen die Sichtbetonoptik.

Der Aufzugsturm schirmt als Zäsur zwischen Bestandsgebäude und Anbau die Südbalkone voneinander ab. Um genügend Stellplätze zu schaffen, wurde das Gebäude auf einem Sockelgeschoss aufgeständert, so dass eine Parkierung auch unter dem Haus möglich ist. Die Bauteile im offenen und durchlässigen Bereich wurden jeweils von der Fassadenflucht zurückgesetzt und farblich betont.

Grundrisse mit durchgehendem Wohnbereich über die gesamte Gebäudetiefe minimieren die Flurbereiche und ermöglichen größtmögliche Transparenz. In den zur Vermietung vorgesehenen Wohnungen konnten die Wandoberflächen der Fertigteile mit reduziertem Spachtelaufwand weiß beschichtet werden – ohne zusätzlichen Verputz.

GC Logo

Bauelemente:
Green Code Thermowand:
350 m² | 45 cm stark
U-Wert 0,17 (0,25 als Brandwand)
Doppelwand: 192 m²
Fertigteildecke: 610 m²

Doris Heym

Heym Göggel Heym Architekten
85521 Ottobrunn
architekturbüro.heym@t-online.de

Dipl.-Ing. Doris Heym

„Die geschossweise versetzten Öffnungen des Anbaus werden durch den Einsatz vorgefertigter Thermowände sowie deren lineare Fugenstruktur betont und ergänzen perfekt die 70er-Jahre-Optik des Bestandsgebäudes. Mit zwei Oberflächenfarben – lasiertem Sichtbeton und der beigegrauen Beschichtung des Sockelgeschosses, der Balkone und Fenster – wurde im Zusammenspiel mit verzinkten Brüstungen und Treppengeländern eine zurückhaltende, reduzierte Gestaltung realisiert. Der Holzbelag der Balkone erweitert die parkettierten Innenräume nach außen.“
(Doris Heym)

〉  Fotos: Valentina Damian, Landshut
EFH Bodensee 1

Einfamilienhaus | Bodensee

  • EFH Bodensee 1
  • EFH Bodensee 2
  • EFH Bodensee 3
  • EFH Bodensee 4
1/1

Passivhaus mit Charakter

Ein Eyecatcher aus dunkel lasiertem Beton

Das Einfamilienhaus befindet sich in einem kulturell und ­städtebaulich bunten Viertel, wo sich Gebäudeformen, Farben und Materialien aus verschiedenen Phasen der städtischen Entwicklung aneinanderreihen. Einerseits gliedert sich der Baukörper mit seinem hohen Satteldach ­formal in den Straßenzug ein. Anderseits sind Materialität, Fassaden­öffnungen und Farbe so gewählt, dass er sich klar von seiner Umgebung abhebt und seine Eigenständigkeit selbstbewusst hervorhebt.

Durch den Einsatz von Fertigteilen konnte die Baulücke besonders schnell geschlossen werden. Die Gebäudehülle ist mit großformatigen Thermo­wänden ausgeführt und besticht durch ihre außergewöhnliche Oberfläche. Eine dunkle, mehrschichtige Lasur lässt die Betonstruktur leicht durchscheinen und verleiht dem aus der Masse gearbeiteten Baukörper seine bildhauerische Kraft. Alle Innenräume – bis hin zu den Türen und Möbeln – sind in Weiß gehalten, die Böden und Treppen mittels durchgehender Estrichbeschichtung einheitlich hellgrau.

Das Gebäude bildet durch seinen rückspringenden Baukörper einen ­privaten Innenhof und steht an drei von vier Seiten Rücken an Rücken mit der Nachbarbebauung. Das lässt eine Belichtung nur hofseitig und von oben zu. Die Verglasung wird durch tragende Stützen gegliedert. Diese sind thermisch getrennt, gerade einmal 14 cm breit und besonders im Bereich des Giebelraums ein markantes Gestaltungsmittel.

Das Haus bietet viel Platz für eine große, kinderreiche Familie. Im Erdgeschoss befindet sich eine separate Einliegerwohnung, eine Doppelgarage und der geschützt liegende Eingangsbereich. Im Obergeschoss sind die Schlaf- und Arbeitszimmer, die je nach Bedarf nochmals in eine interne Wohnung unterteilt werden können. Im Dachgeschoss befindet sich ein großzügiger, bis zu 5,5 Meter hoher Wohn-Essraum mit Bibliothek und Terrasse. Durch den hohen Grundwasserspiegel und die angrenzende Bebauung wurde auf einen Keller verzichtet und stattdessen Abstell- und ­Lagerräume in allen Geschossen integriert.

Heizung und Kühlung werden energieeffizient über eine Wärmepumpe ­betrieben und der Luftwechsel erfolgt über eine kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung. Eine Gebäudesteuerung überwacht und optimiert das Zusammenspiel dieser Komponenten. In Kombination mit effektiv gedämmten Thermowänden wird so Passiv­hausstandard realisiert.

GC Logo

Bauelemente:
Green Code Thermowand: 465 m²
Doppelwand: 130 m²

Sebastian Krehn

Architekt Sebastian Krehn
Architektur | Bauleitung | Consulting
6921 Kennelbach
Österreich
www.krehn.com
Sebastian Krehn

„Dem Betrachter sticht sofort die dunkle Fassade ins Auge, die er meist mit der Umgebung und den Umbrüchen dieses Stadtteils in Bezug bringt. Der dunkel lasierte Beton verstärkt die plastische Wirkung des Gebäudes und steigert seine Eigenständigkeit. Beton, aber anders!
Der L-förmige Baukörper ermöglicht auf dem nur 250 m2 großen Grundstück trotz dreiseitiger Bebauung einen privaten Innenhof. Der bis zu 5,5 m hohe Giebelraum und ein zentrales, großzügiges Oberlicht schaffen attraktive Lichtstimmungen in den Innenräumen. Das Haus ist ein Maßanzug für eine Bauherrschaft, die weiß, was sie will und sich dafür engagiert!“

(Sebastian Krehn)

〉  Fotos: Conné van d´Grachten, Ulm
MFH Sterzing 1

Mehrfamilienhaus | Sterzing | Italien

  • MFH Sterzing 1
  • MFZ Sterzing 2
  • MFH Sterzing 3
  • MFH Sterzing 4
  • MFH Sterzing 5
1/1

Präziser Kubus

Sichtbetonoptik mit exaktem Fugenbild

Auf vier überirdischen Stockwerken bietet das Mehrfamilienhaus Platz für neun Familien. Im Untergeschoss befindet sich eine geräumige Tiefgarage, die gegen drückendes Wasser mit Fertigteilwänden als Weiße Wanne ausgeführt ist. Der kompakte und geradlinige Baukörper besticht durch eine klare Linienführung. Dabei wurde großer Wert auf ein attraktives Fugenbild gelegt, das neben fertigungsbedingten Fugen auch mit Scheinfugen umgesetzt ist. Als Kontrast zur Sichtbetonoptik bestehen die Außen­abschlüsse aus bronzefarbenem Aluminium.

Die Gebäudehülle ist mit Thermowänden ausgeführt. Die Dämmung wird bereits bei der Vorfertigung in die Wände integriert und ist durch den Beton dauerhaft vor Verwitterung, Feuer und mechanischer Beschädigung geschützt. Im Gegen­satz zu Wärmedämmverbundsystemen bleibt ihre ­Effektivität daher erheblich länger erhalten. Mit hochwertigem Dämm-Material ist auch Passivhausstandard leicht realisierbar. Darüber hinaus bietet die Konstruktion schalungsglatte Oberflächen zu beiden Seiten, die sich leicht zu Sichtbeton veredeln lassen. Die computergestützte Produktion liefert passgenaue Elemente, die nach der Montage ein präzises Fugenbild ergeben.

GC Logo

Bauelemente:
Green Code Thermowand: 685 m²
Doppelwand: 1.000 m²
Fertigteildecke: 1.600 m²

Geometer Wolfgang Obkircher
39040 Vahrn
Südtirol | Italien

www.obkircher.it

„Die Fertigteilbauweise bietet eine kostengünstige Möglichkeit, eine perfekte Sicht­betonoptik zu erreichen. Darüber hinaus ergibt sich ein zeitlicher Vorteil im Bauablauf gegenüber konventionellen Mauerwerksbauten. Der Energiestandard wurde durch eine kerngedämmte Stahlbetonfertigteilkonstruktion, kontrollierte Wohnraumlüftung und Flächenheizungen erreicht.“
(Wolfgang Obkircher)

〉  Fotos: Jürgen Eheim, Brixen
EFH Reichling 1

Einfamilienhaus | Reichling

  • EFH Reichling 1
  • EFH Reichling 2
  • EFH Reichling 3
  • EFH Reichling 4
  • EFH Reichling 5
  • EFH Reichling 6
  • EFH Reichling 7
1/1

Low Budget – High Quality

Betonfertigteile in Kombination mit Trockenbau

Bauherr und Architekt hatten sich ein hohes Ziel gesetzt: Sie planten ein Einfamilienhaus mit 120 Quadratmetern Wohnfläche im Raum München – mit einem Budget von rund 300.000 €. Noch dazu mit behaglichem Raumklima durch Klimadecken und eine kontrollierte Wohnraumlüftung. Das Konzept nutzt konsequent die Möglichkeiten, Kosten zu reduzieren und gleichzeitig die Qualität hoch zu halten. Zu diesem Zweck ermöglicht eine Kombination aus Betonfertigteilen und Trockenbau einen hohen Anteil an Eigenleistungen.

Geliefert wurde das Tragwerk aus Betonfertigteilen: Mit einer Gebäudehülle aus kerngedämmten Thermowänden und zwei Klimadecken erfüllte das Gebäude bereits höchste Ansprüche an ein behagliches Raumklima und einen effizienten Energiehaushalt. Der Ausbaustandard wurde jedoch auf das Wesentliche reduziert. Auf eine Trittschalldämmung kann im Einfamilienhaus verzichtet werden und der Einsatz von Klimadecken anstelle einer Fußbodenheizung macht auch den Estrich überflüssig – somit konnten die Fußböden direkt auf dem Überbeton verlegt werden.

Betonfertigteile werden geliefert, montiert und mit Ortbeton verfüllt. Schnell steht das Haus – aber fertig sind die Bauteile dann noch nicht. Viele Arbeiten können wie bei diesem Projekt in Eigenleistung erledigt werden: Das Schließen der Fassadenfugen, das Hydrophobieren der Fassaden, die Montage der Fensterlaibungen und das Verlegen der Fußböden führte der Bauherr selbst aus.

Der Innenausbau erfolgte im Trockenbau. Einerseits, um durch Eigenleistung die Kosten zu reduzieren und andererseits, um in der Raumaufteilung auch zukünftig flexibel zu bleiben. In diesem Arbeitsschritt wurde auch die Lüftungsanlage und die Elektroinstallation vom Bauherren unter fachmännischer Anleitung ausgeführt. In den gelieferten Betonwänden waren die Leerrohre und Dosen dafür bereits integriert und zum Anschluss bereit.

Der angestrebte Budgetrahmen war ambitioniert und wurde nur knapp überschritten. Durch das maßgeschneiderte Konzept und großes Engagement des Bauherren entstand ein ­attraktives Einfamilienhaus mit moderner Green Code Technik und hoher, langfristiger Wertschöpfung.
Unterdessen hat sich die Familie in ihrem neuen Heim bereits gemütlich eingerichtet und genießt den ersten Winter mit Wohlfühlklima. Nächstes Frühjahr kommen dann die Außenanlagen an die Reihe.

GC Logo

Bauelemente:
Green Code Thermowand: 220 m²
Doppelwand: 30 m²
Green Code Klimadecke: 100 m²

German Deller Architekten

German Deller Architekten
85221 Dachau
www.germandeller.de
German Deller
Projektleitung: Carolin Döllinger

„Das Baugrundstück liegt am östlichen Ortsrand von Reichling in unmittelbare Nähe zum Lechtal, umgeben von ländlichen Einfamilienhäusern. Das zweigeschossige ­Gebäude mit Satteldach nimmt die konventionelle Struktur auf und situiert sich auf dem langgestreckten, dreieckigen Grundstück mit Rücksicht auf den Baumbestand und der Möglichkeit zu einer späteren Erweiterung. Das nicht unterkellerte ­Gebäude mit 120 m² Wohnfläche bietet im Erdgeschoss Flächen für offenes Kochen, Essen und Wohnen. Drei Individualräume mit Bad im Obergeschoss sind den Kindern und Gästen ­vorbehalten. Das Dachgeschoss ist durch seine großzügige Höhe eine nahezu vollwertige Etage, in der sich das Elternschlafzimmer mit Ankleide, ein Duschbad und ein ­Home-Office befinden.“
(German Deller)

〉  Fotos: Florian Holzherr | art & architectural documentations, Gauting
Wohnanlage Eppan 1

Wohnanlage | Eppan | Italien

  • Wohnanlage Eppan 1
  • Wohnanlage Eppan 2
  • Wohnanlage Eppan 3
  • Wohnanlage Eppan 4
  • Wohnanlage Eppan 5
  • Wohnanlage Eppan 6
1/1

Vertrautes neu gedacht

Genossenschaftsbau mit 23 Wohnungen

Das Architekturkollektiv feld72 wurde für seinen Wohnbau in Eppan mit dem hochkarätigen Südtiroler ­Architekturpreis in der Kategorie Wohnen geehrt. Die prämierte Anlage mit 23 Genossenschaftswohnungen zeichnet sich durch ihre eigenständige Ästhetik aus, aber ihr Ursprung ist tief verwurzelt in der für Südtirol typischen Dorfstruktur und der sie umgebenden Materialität.

In Zusammenarbeit mit dem Fertigteilwerk Progress entwickelte man innerhalb einer kurzen wie intensiven Experimentierphase erdwarm gefärbte Sichtbeton-Thermowände, die der Anlage einen skulpturalen Charakter verleihen. Das eingesetzte Material weist neben guten ­Wärmedämmwerten auch eine besonders hohe Widerstandsfähigkeit auf und kann im Bauprozess schnell und sauber verarbeitet werden, wobei die Baukosten nicht ­höher liegen als bei den üblichen Ziegelbauten.

Die Baukörper sind in Form und Ausdruck zurückhaltend und schlicht konzipiert. Vielfalt entsteht durch die Variation der Öffnungen: Raumhohe Fenster und strukturierte Deckenbänder gliedern die Fassaden. Hierbei orientierte man sich an den im Dorf bestehenden Wohnhäusern.

Für die Wohnanlage wurde die für Südtirol spezifische kompakte Dorfstruktur aufgegriffen. Die Gebäude schmiegen sich fließend an die Struktur des Ortes mit seinen unterschiedlich gelagerten Niveaus an und vervollständigen so das Gesamtbild der Siedlung, die sich nun aus alten und neuen Elementen zusammensetzt. Die bestehende Terrassierung des Baugrundes wurde für die Gestaltung von privaten Terrassen und Gärten genutzt.

Bereits vor der Realisierung des Projekts war bekannt, wer einmal in den Wohnungen leben würde und so konnte in direkter Abstimmung mit den Familien auf deren Wünsche und Bedürfnisse eingegangen werden. Zentrales Element der Anlage ist ein begrünter Innenhof, um den sich die fünf wohlkonzipierten Wohnhäuser gruppieren: Dieser Freiraum kann gemeinschaftlich genutzt werden und dient somit als Treffpunkt, der das soziale Miteinander zwischen den Bewohnern der Anlage fördert.

GC Logo

Bauelemente:
Green Code Thermowand
: 2.750 m²
Doppelwand: 2.800 m²
Fertigteildecke: 1.100 m²
Fertigteildecke zweiachsig: 2.000 m²

feld72
Architekten

Architektur | Urbane Strategien
1080 Wien
Österreich
www.feld72.at

„Bei unseren Projekten ist uns stets eine Einbettung in den Kontext wichtig: Einerseits im Sinnes eines Genius Loci, andererseits aber auch in sozialer und historischer Hinsicht. Eppan ist als burgenreichste Region Europas umgeben von Großbauten, die durch Verwendung von Materialien aus dem unmittelbaren Umfeld gleichsam mit der Landschaft zu verschmelzen scheinen.
Gemeinsam mit der Firma Progress haben wir diesen Ansatz auch bei der Wohn­anlage Eppan verfolgt und als Farbton für die zweischaligen Sichtbetonelemente annähernd das Rotbraun des lokal dominierenden Gesteins Porphyr gewählt. Neben guten Wärmedämmwerten weist das Material eine besonders hohe Widerstands­fähigkeit auf, lässt sich schnell und sauber verarbeiten und verleiht der Anlage ihren skulpturalen Charakter. Um die Möglichkeiten des Produkts in vollem Umfang auszureizen, wurden von beiden Seiten Pionierleistungen erbracht. Gleichzeitig gelang es in derselben Preiskategorie eines konventionellen Ziegelbaus zu bleiben.“
(feld72)

〉  Fotos: Hertha Hurnaus, Wien
Flüchtlingsheim Heroldstatt 1

Flüchtlingsheim | Heroldstatt

  • Flüchtlingsheim Heroldstatt 1
  • Flüchtlingsheim Heroldstatt 2
  • Flüchtlingsheim Heroldstatt 3
  • Flüchtlingsheim Heroldstatt 4
1/1

Flexibles Nutzungskonzept

Flüchtlingsunterkunft wird Mietwohnung

Die Gemeinde Heroldstatt ließ sich ein Gebäude ent­wickeln, mit dem sie flexibel nachhaltigen Wohnraum schaffen kann. Es eignet sich für unterschiedliche Standorte und so lassen sich weitere Objekte künftig mit sehr geringem Planungsaufwand errichten, um den Bedarf zu decken. Nach der ersten Nutzungsphase als Flüchtlingsunterkunft sollen die hochwertigen Wohnungen vermietet werden.

Wichtige Kriterien für den Entwurf waren geringe Kosten, eine kurze Bauzeit und größtmögliche Planungssicherheit. Der Einsatz von Betonfertigteilen ist die logische Konsequenz: Durch fertige Bauelemente entfallen aufwendige Arbeitsschritte vor Ort. Darüber hinaus werden viele Komponenten der Haustechnik bereits bei der Vorfertigung in die Wände und Decken integriert oder zum Einbau vorbereitet. Für die anderen Gewerke ist daraufhin alles vorgeplant und so angelegt, dass sie die Wände nicht mehr öffnen müssen. Probleme werden deshalb auch schon vor der Produktion erkannt und gelöst – nicht erst auf der Baustelle. Das vermeidet Verzögerungen und Mehrkosten durch Nacharbeiten.

Innerhalb von 8 Monaten wurden so zwei Gebäude errichtet, die jeweils vier Wohnungen mit 50 m² Wohnfläche zur Verfügung stellen. Alle Wohneinheiten sind separat zugänglich und haben ihren eigenen Wäsche-, Koch- und Sanitärbereich. Auf Gemeinschaftsräume wurde verzichtet. Einerseits um Begegnungen zwischen Kulturen zu ermöglichen, ohne sie zu erzwingen. Andererseits begünstigt diese Aufteilung die Folge­nutzung als unabhängige Mietwohnung. So sind auch die Technikräume separat von außen zugänglich und der Anbau von Balkonen ist bereits vorbereitet. Statt einer kurzfristigen Lösung hat die Gemeinde so ein nachhaltiges Nutzungskonzept mit attraktivem Wohnraum.

GC Logo

Bauelemente:
Green Code Thermowand: 450 m²
Massivwand: 120 m²
Fertigteildecke: 540 m²

innoplan ingenieurbüro für bauwesen

Entwurf + Tragwerksplanung:
innoplan ingenieurbüro für bauwesen

89191 Nellingen
karl-heinz.kurz@innoplan.net

„Es sollte ein Gebäude zur Unterbringung von 16–20 Flüchtlingen konzipiert werden, das in Zukunft auch die Nutzung als Mietwohnung ermöglicht. Mit der Gemeinde Heroldstatt wurden vier verschiedene Standorte untersucht. Die Wahl fiel auf eine zentrale Lage mit guter Anbindung an die Infrastruktur und Blick ins Grüne. Für eine möglichst kurze Bauzeit und niedrige, gut kalkulierbare Kosten ist das Gebäude in Betonfertigteilen ausgeführt. Die gewählte Stahlbeton-Konstruktion ist robust, beständig und die Oberflächen können mit geringem Aufwand zu einer attraktiven Sichtbeton-Fassade veredelt werden.“
(Klaus Kurz)

ankner buchholz

Bauleitung + Ausführungsplanung:
ankner buchholz architekten

89073 Ulm
www.ab-architekten.com
Jochen Buchholz | Leonardo Sanchez

„Bei der Ausführung sollten vor allen Dingen die Nachhaltigkeit, die Eignung der Grundrisse für eine spätere Umnutzung, die Energieeffizienz sowie die kurze Bauzeit berücksichtigt werden. Mit einem Massivbau aus Betonfertigteilen konnten diese ­Kriterien erfüllt und die Budgetobergrenze für das gesamte Bauvorhaben eingehalten werden.
Prägendes Merkmal der Gebäude sind die glatten, grauen Sichtbetonfassaden. Das schlichte Fugenbild unterstützt die minimalistische Architektur. Die Wandoberflächen kontrastieren zu den weißen Fensterelementen und den grauen Dachziegeln. Für eine ganzheitlichen Gestaltung greifen auch die Innenräume diese Farbgebung auf: ­Weiße und graue Betonoberflächen harmonieren mit dem hellen Boden und bieten den ­Nutzern individuelle Gestaltungsmöglichkeiten.“

(Leonardo Sanchez)

〉  Fotos: Conné van d´Grachten, Ulm
EFH Knipl 4

Einfamilienhaus | Oberpfalz

  • EFH Knipl 4
  • EFH Knipl 1
  • EFH Knipl 2
  • EFH Knipl 3
  • EFH Knipl 5
  • EFH Knipl 6
  • EFH Knipl 7
  • EFH Knipl 8
  • EFH Knipl 9
  • EFH Knipl 10
  • EFH Knipl 11
1/1

Adaption und Kontrast

Sanierung eines Siedlungshauses mit Erweiterungsbau

Das besondere bei diesem Projekt ist der Dialog zwischen Alt und Neu. Der Baukörper des Erweiterungsbaus passt sich in seiner Form und Dimension an den Bestand an. In der Gestaltung der Öffnungen sowie bei der Materialwahl kontrastiert er jedoch zum bestehenden Siedlungshaus. Wichtig war beim Entwurf der Gedanke, das neue Gebäude möglichst einheitlich und monolithisch auszubilden. Das spiegelt sich in der Baukörperform ­sowie in Farbe und Eigenschaft der eingesetzten Materialien wider. Bewusst ist die Wand zum alten Obstgarten mit einem stumpfen Winkel gebrochen.

Die Sichtbetonwände sollten nicht gestört werden. Deshalb wurden Dachrinnen verdeckt hinter überstehenden Betonschalen montiert und Fallrohre in Aussparungen der Thermowände eingeführt – zum Beispiel am tiefsten Punkt der steigenden Traufe an der Ostfassade. Die stumpfen Winkel der Wände wurden entgegen der üblichen Fertigung mit umgreifenden Wandschalen umgesetzt. Die Dacheindeckung mit grauer FPO-Folie ordnet sich der Fassade und den Sichtbetonflächen unter.

Im Bestand befinden sich neben der Technik die Schlafräume mit dazugehörigem Bad und Schrankraum ­sowie das Kinderzimmer. So wurde die eher kleinteilige Struktur von 1950 nahezu belassen – die bestehende Treppe nur abgeschliffen und neu eingeölt. Die alte Dacheindeckung wurde sorgfältig entfernt und neue Biberschwanzziegel nur ergänzt, wo sie nötig waren. Die Fensterrahmen und Schiebeläden sind aus unbehandelter Eiche. Sie bilden einen spannenden Gegensatz zum Sichtbetonbau und dessen anthrazitfarbenen Fenstern aus Aluminium und Kunststoff.

Im Erweiterungsbau sind der Küchen- und Essbereich, das Wohnzimmer sowie einige Nebenräume untergebracht. Beton, Stahl, Glas und Holz bestimmen das Gebäude­innere: Der Arbeitsbereich der Bauherrin befindet sich etwas abgetrennt durch einen Steg aus Stahl und Glas im Dachgeschoss. Gebürstete und geölte Eichendielen kontrastieren mit tuchmatt lasiertem Sichtbeton. Sogar die Küchenarbeitsplatte wurde gesondert in Beton gefertigt.

Ein eingeschossiger Verbindungsbau mit ­gespachteltem Estrich verbindet die beiden Bauteile und lässt einen Durchblick auf die geschützte Terrasse zu. Die kleine Terrasse auf dem Dach ist sowohl vom Kinderzimmer als auch vom Wohnzimmer aus begehbar.

GC Logo

Bauelemente:
Green Code Thermowand: 187 m²
Doppelwand: 50 m²
Fertigteildecke: 170 m²

Knipl, Pracht + Partner

Knipl, Pracht + Partner
Architekten und Ingenieure
92421 Schwandorf
Knipl.Architekt@t-online.de
Siegfried Knipl

„Die Erweiterung sollte das „klassische Siedlunghaus“ neu interpretieren und durch die rohe, unbehandelte Fassade einheitlich und monolitisch wirken. Daraus resultiert auch die Bauform mit rechtwinkligem bzw. parallelem Anschluss zum Bestands­gebäude und ausfallenden Außenwänden mit steigender Traufe zum Garten hin. Vorgefertigtes Bauen – ob als massiver Betonbau oder Holzrahmenbau – ist unserer Meinung nach die zeitgemäße Form des Bauens. Die Abstimmung unserer Werk­planung mit der Fertigungsplanung verlief absolut problemlos bis ins kleinste Detail, wie zum Beispiel der Ausbildung von Fugen und Ecklösungen“
(Siegfried Knipl)

〉  Fotos: Klaus Kurz Photodesign | www.klauskurz.de
München EFH 1

Einfamilienhaus | München

  • München EFH 1
  • München EFH 6
  • München Einfamilienhaus 2
  • München EFH 7
  • München EFH 8
  • München Einfamilienhaus 3
  • München Einfamilienhaus 4
  • München EFH 5
1/1

Funktion und Ästhetik pur

Hier wird Beton zelebriert!

Beton ist in diesem Einfamilienhaus nicht nur der Werkstoff für tragende Bauteile: Die Fertigteil-Elemente werden auch kreativ für die Innenausstattung eingesetzt.

Im Eingangsbereich befindet sich die Garderobe in einem Betonschrank mit Schiebetür aus Milchglas. Küche und Essbereich sind durch einen Raumteiler vom Wohnzimmer getrennt – eine Kombination aus Fertigteil und Trockenbaukonstruktion in Sichtbeton-Optik. Dieses Element wird durch den eingearbeiteten Kamin und eine Nische für Feuerholz in Szene gesetzt. Betonsitzbänke im Innenbereich setzen sich auf der Terrasse fort, wodurch die beiden Bereiche optisch miteinander verbunden werden. Und auch die Treppe besteht aus dem vielseitigen Werkstoff, hier in Kombination mit Holz.

Das Obergeschoss kragt aus und überdacht den Sitzbereich der Terrasse. Zur Stabilisierung dieser Konstruktion ist die Armierung im darunterliegenden Baukörper verankert. Da die Scheibenwirkung der Wände im Bereich der Auskragung durch Fensteröffnungen beeinträchtigt ist, sind verstärkende Überzüge eingearbeitet. Der Baukörper ist vollständig mit Green Code Elementen ausgeführt. Neben kern­gedämmten Thermowänden für die Gebäudehülle sind auch maßgeschneiderte Klima­decken verbaut. Darin werden bei der Vorfertigung Rohrregister integriert, ­Lüftung und Elektrik vorbereitet sowie Details eingearbeitet – in diesem Fall Einbauspots und LED-Lichtleisten, die bündig mit der Decke abschließen.

Die Rohrregister in der Decke werden sowohl zum Heizen als auch zum Kühlen verwendet. Im Heizbetrieb fließt warmes Wasser hindurch, nur wenige Grad über der Raumtemperatur. Diese Wärme verteilt sich in Form von Wärmestrahlungs­wellen gleichmäßig in jeden Winkel des Raumes. Dabei wird nicht die Luft erwärmt, sondern direkt Boden, Wände, Fenster und Möbel: Die Luft gerät nicht ins Zirkulieren und wirbelt ­keinen Staub auf. Im Kühlbetrieb fließt kaltes Wasser durch die Rohrregister. Wärmestrahlung aus dem Raum und die aufgestiegene warme Luft erwärmen die Decke. Das zirkulierende ­Wasser führt die Wärme ab und kühlt den Raum.

GC Logo

Bauelemente:
Green Code Thermowand:
250 m² | 40 cm stark | U-Wert 0,17
Doppelwand: 550 m²
Green Code Klimadecke: 500 m²

Neutard Schneider Architekten

Neutard Schneider Architekten
Partnerschaft Mbb
81543 München
www.neutardschneider.com
Babette Schneider | Philipp Neutard

„Das obere Geschoss springt teilweise zurück und schafft Platz für eine geräumige Dachterrasse. Auf der Südseite kragt das Obergeschoss weit aus und überdacht die Terrasse für den Wohnbereich im Erdgeschoss. Die sehr großen Fertigteile schaffen ruhige, helle Flächen. Durch schmale vertikale Fugen und die betont breite horizontale Fuge zwischen den Etagen wirkt das Gebäude flach und gestreckt. Die tragenden Innen- und Außenwände sind in Sichtbeton belassen. Als warmer Kontrast dazu bestehen die inneren Fensterrahmen und Dielen aus massiver Eiche.“
(Babette Schneider und Philipp Neutard)

〉  Fotos: Erik Dreyer Photography, München | Porträtfoto: Wolfgang Pulfer
Diepoldsau EFH 6

Einfamilienhaus | Diepoldsau

  • Diepoldsau EFH 6
  • Diepoldsau EFH 1
  • Diepoldsau EFH 2
  • Diepoldsau EFH 3
  • Diepoldsau EFH 4
    Einfamilienhaus in Diepoldsau 4.
  • Diepoldsau EFH 5
  • Diepoldsau EFH 7
  • Diepoldsau EFH 8
    Einfamilienhaus in Diepoldsau 8.
1/1

Wechselspiel

von Ein- und Ausblicken

Bei diesem, schon im Umfang beeindruckenden Projekt, liefer ten wir 500 m2 Green Code Thermowand (U-Wert 0,15 W(m²K)), bei einer Wandstärke von 45 cm, 600 m² Doppelwand und 1.200 m² Elementdecke. Einzelne Wandelemente die als Sichtschutz eingesetzt werden, besitzen graf isch anmutende Durchbrüche und Durchblicke. Sie brechen mit der massiven Strenge der kubischen Formen und vermitteln dem Nutzer trotzdem weiter ein Gefühl der Privatheit. Ein besonderes, sehr mondän und luxuriöses Haus, das in Nähe des alten Rheinufers errichtet wurde. Durch diesen Standort war es notwendig, das Untergeschoss als »Weisse Wanne« auszuführen.

GC Logo

Bauelemente:
Green Code Thermowand: 500 m² | 45 cm stark | U-Wert 0,15
Doppelwand: 600 m²
Elementdecke: 1.200 m²

Atelier Loher GmbH

atelier loher gmbh
Architektur und Fotografie
9436 Balgach
Schweiz
www.atelierloher.com
Joshua Loher

„Das zentrale Anliegen bei diesem Wohnhaus mit Gästehaus war die gestalterische Umsetzung des Themas Elementbau in Beton. Das Gebäude wurde dabei vom ersten Gedanken an in Elementen gedacht, um eine konsequente und stimmige Architektur zu erreichen. Die zwei wichtigsten Entwurfselemente sind die Platte und die Fuge. Das ganze Gebäude ist aus horizontal und vertikal angeordneten Platten entwickelt worden. Die vertikalen Platten wurden dabei mit so großem Fugenabstand zueinander angeordnet, dass sich die Fugen zu Öffnungen erweiterten, die mit Glas gefüllt wurden. Zur Anwendung kamen zwei Plattentypen. Unverletzte ganze Platten und Geschlitzte für Außenbereiche, wo Sichtschutz und trotzdem Lichteinfall gewünscht wurde. Durch Reduktion der Gestaltungselemente bekommt das Haus eine großzügige Eleganz und die Betonelemente eine selbstverständliche Präsenz.“
(Joshua Loher)

〉  Fotos: F. Nonnenbroich
EFH Schwab 1

Einfamilienhaus | Pegnitz

  • EFH Schwab 1
  • EFH Schwab 2
  • EFH Schwab 3
  • EFH Schwab 4
1/1

Architekturbüro Volker Schwab
92648 Vohenstrauß
www.schwabarchitektur.de

〉  Fotos: Erich Spahn, Regensburg